Föhn fegt über den Alpstein

Wegen Orkanböen mussten drei Bergbahnen im Alpstein gestern den Betrieb einstellen. Im Rheintal liess der Föhn dagegen das Thermometer ansteigen.

Merken
Drucken
Teilen

Sommerliche Temperaturen in den Tälern, Orkanböen in den Bergen: Der Föhn sorgte gestern in der Ostschweiz für Wetterkapriolen. Im Alpstein wurden schweizweit die stärksten Windböen gemessen. Mit über 140 Stundenkilometern fegte der Föhn über die Ebenalp. In Brülisau wurden bei der Kastenbahn Orkanböen von 124 Kilometern pro Stunde aufgezeichnet. In Heiden und Wasserauen brauste der Sturm mit 90 km/h über die Voralpen.

Bergbahnen stehen still

Die Ebenalpbahn und die Kastenbahn stellte während des ganzen Tages den Betrieb ein. «Die Bahn ist dem Föhn direkt ausgesetzt», sagt Matjaz Leu, Marketingleiter der Kastenbahn. Dies sei der dritte Tag in diesem Jahr, an dem die Bahn stillsteht, und der erste seit Beginn der Sommersaison.

Auch die Säntisbahn musste seit Frühling zum ersten Mal dichtmachen. «Dabei war die Bergsicht ausgezeichnet», sagt der technische Leiter Michael Wehrli. Die Mitarbeiter der Bahn mussten zahlreiche Gäste abweisen. Einige Berggänger liessen sich auch durch die stürmische Wetterprognose nicht abschrecken und machten sich dennoch auf die Wanderung zum Gipfel des Säntis. «Dort standen sie dann vor geschlossenen Türen», sagt er.

Als einzige Bergbahn im Alpstein konnte die Kronbergbahn den Betrieb aufrechterhalten. «Wir sind durch die Alpsteinkette vom Südwind geschützt», sagt Verkaufsleiter Andreas Wyss. Bis zu 500 Fahrten zählte die Bahn gestern. «Weil die anderen Bahnen stillstanden, kamen alle Gäste zu uns.» An einem sonnigen Tag verzeichnet die Bahn normalerweise rund 300 Fahrten.

Föhn bricht zusammen

Im Rheintal stieg das Thermometer dank Sonne und Föhn gestern auf bis zu 25 Grad. Auf das letzte Aufbäumen des Sommers folgen laut MeteoGroup heute Regenfälle. Die Schneefallgrenze sinkt auf 2000 Meter. (nh)