Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

FLUMSERBERG: Ein Heidi-Klon fürs St. Gallerland

In Flumserberg ist die St.Galler Antwort auf das Bündner Heididorf geplant. Eine 100-Millionen-Vision soll es richten und jährlich 200'000 Besucher zusätzlich in die Region anlocken. Investoren werden allerdings noch keine genannt.
Christoph Zweili/Marion Loher
Die Tourismusregion Flumserberg will künftig auch mit der berühmtesten Bündnerin werben. Szene aus dem aktuellen «Heidi»-Film mit Anouk Steffen und Bruno Ganz. (Bild: The Walt Disney Company Switzerland)

Die Tourismusregion Flumserberg will künftig auch mit der berühmtesten Bündnerin werben. Szene aus dem aktuellen «Heidi»-Film mit Anouk Steffen und Bruno Ganz. (Bild: The Walt Disney Company Switzerland)

FLUMSERBERG. Der Markenname «Heidiland» ist geschützt. Zur Ferienregion, die sich vom Walensee über die Stadt Sargans und den Kurort Bad Ragaz bis hin zur Bündner Herrschaft mit den Gemeinden Fläsch, Jenins, Malans und Maienfeld erstreckt, gehört auch Flumserberg. Hier, auf dem Tannenboden hoch über dem Walensee, südwestlich der «echten Heidialp» ennet dem Rhein auf dem Ochsenberg beim bündnerischen Maienfeld, soll ein zweites Heididorf entstehen.

Unter dem Titel «Neue Regionalpolitik» hatte der Kanton St.Gallen 2015 noch vage von einem Pilotprojekt mit Unterstützung des Kantons und des Bundes gesprochen, «wie der Flumserberg für Gäste noch besser erlebbar gemacht werden kann». Nun soll die Vision offenbar konkretisiert werden. In einer Einladung zu einer Medienorientierung beschreibt der Kanton St. Gallen einen massiven Ausbau des touristischen Angebots in Flumserberg für 100 Millionen Franken. Im Tannenboden soll ein Heididorf entstehen, «das alle Sinne anspricht». Geplant sind zudem zwei Hotels sowie der Ausbau der Bergbahn-Infrastruktur. Laut gestrigem Communiqué wird jährlich mit 200'000 Besuchern zusätzlich gerechnet. Die Suche nach allfälligen Investoren scheint noch in Gang zu sein.

Viele bekannte Ideen

Über dem Rhein zeigten die vier Bündner-Herrschaft-Gemeinden erst vor wenigen Jahren Interesse daran, zur Tourismusregion Heidiland zu stossen. Dank der Zusammenarbeit winkte als Hochzeitsgabe der Zugang zu einem Kooperationspartner mit über 100 Hotelbetrieben und einem bekannten Markennamen. Rolf Mutzner, Chef des Heididorfes in Maienfeld, will und kann sich zu den St.Galler Plänen nicht äussern, wie er gegenüber der «Südostschweiz» sagt. «Ohne den Inhalt und den Umfang des geplanten Projekts zu kennen, kann ich dazu nichts sagen.» Er hofft aber, dass Flumserberg für Maienfeld eine gute Ergänzung und keine Konkurrenz werde.

Die Bergbahnen Flumserberg setzen offenbar auf eine Vorwärtsstrategie. Laut Geschäftsführer Heinrich Michel sind die Übernachtungszahlen derzeit rückläufig. Für konkrete Aussagen war er gestern aber nicht erreichbar. Offen bleibt damit bis kommenden Dienstag, wie der Stand der Dinge bei diesen Planungen tatsächlich ist, denn: Abgesehen vom neuen Heididorf beinhaltet die Ankündigung aus der St.Galler Pfalz nur bereits bekannte Projekte und Ideen, die gemäss «Sarganserländer» im Rahmen des Tourismusentwicklungskonzeptes Flumserberg vor geraumer Zeit skizziert und kommuniziert worden sind.

Grosses Schweigen überall

Sicher ist, dass die Bergbahnen Flumserberg einen neuen Hauptzubringer vom Tannenboden auf den Maschgenkamm planen. Die Rede ist von einer neuen Gondelbahn. Bei der Talstation wird ebenfalls von einem neuen Standort gesprochen, was grundlegende Veränderungen im Raum Tannenboden mit sich bringen würde. Seit geraumer Zeit bekannt ist auch, dass die vor allem im Tagestourismus starke Destination Flumserberg auf der Suche nach Investoren für Hotels ist.

In die Umsetzung des Heididorfes ist gemäss Einladung die Steiner Schweiz AG aus Sarnen involviert. Das Unternehmen ist bekannt für die Realisierung spektakulärer Tourismusprojekte und entsprechende Inszenierungen. In den Referenzen sind etwa der SBB-Hauptsitz, Pavillons an der Expo 2015 und 2012 sowie der Besucherrundgang der Glasi Hergiswil aufgelistet. Beim Unternehmen will man auf Anfrage nichts zum Projekt sagen. Auch beim Kanton gibt es keine zusätzlichen Informationen. Der Gemeindepräsident von Quarten, Roman Zogg, sagt einzig, es sei eine «gute Sache».

Unbekannt bleibt deshalb vorerst die Dimension des Heididorfes und die Art der Finanzierung sowie ein allfälliger Beitrag des Kantons.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.