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Flugplatz Altenrhein bringt 64 Millionen Franken Wertschöpfung in die Region

Vorarlberger und Rheintaler Wirtschaftsverbände haben eine Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung des Flugplatzes Altenrhein präsentiert. Der Hintergrund: Es finden politische Gespräche statt über die künftige Entwicklung des Flugplatzes. Ein zentraler Diskussionspunkt ist eine Ausweitung der Betriebszeiten.
Adrian Vögele
Bild: Ralph Ribi

Bild: Ralph Ribi

Er ist die Bibel für den Flugplatz Altenrhein: der Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Österreich aus dem Jahr 1991, samt bilateraler Vereinbarung für die konkreten Details. Dort sind alle wichtigen Eckdaten für den Flugbetrieb geregelt, beispielsweise Anflugverfahren, Lärmwerte und Öffnungszeiten. Doch diese Grundlage reiche inzwischen nicht mehr aus, findet der Kanton: Er hat gemeinsam mit dem Bundesland Vorarlberg eine Interessenanalyse zur Zukunft des Flugplatzes in Auftrag gegeben. Über den Staatsvertrag hinaus gebe es keine grenzübergreifenden Vereinbarungen, es fehle eine «gemeinsame regionale Entwicklungsstrategie» für den Flugplatz, schreibt das St. Galler Volkswirtschaftsdepartement. Über Ergebnisse und Schlussfolgerungen will der Kanton im Herbst informieren.

Das heisst: Über die Zukunft des Flugplatzes wird demnächst auf politischer Ebene verhandelt. Bereits heute haben die Rheintaler und Vorarlberger Wirtschaftsverbände in dieser Sache öffentlich Position bezogen. Sie legten eine eigene Studie vor, die zeigt, was der Flugplatz der Region Ostschweiz-Vorarlberg-Liechtenstein wirtschaftlich bringt. Die Bedeutung des Flugplatzes bezüglich Wertschöpfung, Kaufkraft und Beschäftigung werde unterschätzt, sagte Martin Ohneberg, Präsident der Vorarlberger Industriellenvereinigung.

Über 500 Arbeitsplätze am und um den Flugplatz

Gemäss der Studie, die das Kölner Institut Twin Economics ausgearbeitet hat, werden 84 Prozent der Wertschöpfung des Flugplatzes Altenrhein in der Region wirksam. Durch den Flugplatzbetrieb, den Einkauf von Gütern und Dienstleistungen bei Zulieferern sowie die Lohnausgaben der Angestellten entsteht in der Region eine Wertschöpfung von 64 Millionen Franken. Am Flugplatz arbeiten 266 Personen. Hinzu kommen 240 Mitarbeiter bei Zulieferern. Weitere 28 Arbeitsplätze werden laut der Studie durch die persönlichen Ausgaben der Angestellten generiert, vor allem im Einzelhandel und in der Gastronomie. Insgesamt sichert der Flugplatz 534 Arbeitsplätze, die 418 Vollzeitstellen entsprechen.

Auch zur Effizienz der Stellen am Flugplatz gibt es Anhaltspunkte: So beträgt die Wertschöpfung pro Mitarbeiter 115'000 Franken – am Flughafen München beispielsweise waren es im Jahr 2012 nur 89'000 Franken. Bei der Wertschöpfung pro Passagier kommt Altenrhein auf rund 300 Franken, während es in München 70 Franken sind. Das zeige, dass der Flugplatz sparsam mit den Ressourcen umgehe und seine Prozesse effizient organisiert habe, schliessen die Wirtschaftsverbände daraus. Sie sehen die Studie als «Hilfestellung» im Hinblick auf die politischen Gespräche und hoffen auf eine «mutige Weiterentwicklung» des Flugplatzes. Dieser sei mit seinem Angebot auch ein bedeutender Standortfaktor für Unternehmen, sagte Reinhard Frei vom Rheintaler Wirtschaftsforum. «Die Firma Würth beispielsweise wäre nie hierhergekommen, wenn es den Flugplatz nicht gäbe.» Nebst den Linien- und Charterflügen falle auch die Geschäftsfliegerei ins Gewicht.

People’s will am Sonntag früher starten können

Ein grosser Infrastrukturausbau – etwa eine Pistenverlängerung oder ähnliches – steht in Altenrhein nicht zur Debatte. Diskutiert wird derzeit über ein massvolles Wachstum des Flugbetriebs. «Denkbar wäre das etwa auf der Linie nach Wien oder im Charterbetrieb», sagt Michael Felder von der People’s Air Group, die den Flugplatz und die ansässige Fluggesellschaft betreibt. Mehr Spielraum wünsche man sich bei den Betriebszeiten, die im Staatsvertrag von 1991 festgelegt sind. «Nicht optimal ist zum Beispiel, dass wir am Sonntag erst um zehn Uhr fliegen können», sagt Felder. Eine Lockerung erhofft sich People’s auch bei den Feiertagen: Heute ist der Flugplatz an Ostern, Pfingsten, Weihnachten und Neujahr geschlossen. «Doch der Ostersonntag und der Pfingstsonntag sind sehr wichtige Reisetage mit hohem Passagieraufkommen», so Felder. An diesen Tagen operieren die Flugzeuge der Airline von Friedrichshafen aus, die Passagiere aus der Region werden mit Bussen dorthin gebracht. Insgesamt strebt Altenrhein eine Angleichung an die grosszügigeren Betriebszeiten anderer Schweizer Flughäfen an.

Mehr Charterflüge - auch ab Zürich und Memmingen

Die Fluggesellschaft People’s hat ihr Charterflug-Angebot auf die aktuelle Saison vergrössert. Diesen Sommer fliegt sie ab Altenrhein nach Ibiza, Menorca, Palma de Mallorca, Preveza, Kefalonia, Cagliari, Oliba, Pula und Neapel. Neu ist, dass die Airline auch Memmingen, Salzburg und Zürich als Startflughäfen für Charterflüge ans Mittelmeer nutzt. So kann man mit People’s beispielsweise von Zürich nach Menorca fliegen oder von Memmingen nach Neapel. Der Ausbau wurde dank der vergrösserten Flotte möglich: Im Herbst 2016 beschaffte die Fluggesellschaft eine zweite Maschine vom Typ Embraer 170 mit 76 Sitzplätzen. Der Kauf geschah damals im Hinblick auf die neue Linienverbindung Altenrhein–Friedrichshafen–Köln. Da die Linie nicht rentierte, wurde sie nach einem halben Jahr wieder eingestellt, womit die Airline mehr Kapazitäten für Charterflüge hatte. People’s fliegt teilweise auch im Auftrag von Firmen oder anderen privaten Auftraggebern. So brachte sie auch schon ausländische Fussballmannschaften nach Altenrhein, die dann nach Bad Ragaz ins Trainingslager weiterreisten. Auf der Linie Altenrhein–Wien bleibt es momentan bei vier Hin- und Rückflügen pro Tag. Während auf dieser Linie mehrheitlich österreichische Passagiere unterwegs sind, werden die Charterflüge ans Mittelmeer hauptsächlich von Schweizern genutzt. (av)

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