«Wir müssten schliessen»: Helikopterunternehmen befürchtet wegen des Altenrheiner Abkommens das Schlimmste

Geht es nach dem Kanton St.Gallen und dem Land Vorarlberg, würden die Starts und Landungen von Helikoptern am Flugplatz Altenrhein knapp halbiert. Für die Helialpin AG wäre das möglicherweise der Todesstoss.

Dinah Hauser
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Gemäss dem grenzübergreifenden Abkommen dürfen zukünftig weniger Helikopter starten und landen.

Gemäss dem grenzübergreifenden Abkommen dürfen zukünftig weniger Helikopter starten und landen.

Bild: Ralph Ribi

«Wir müssten den Betrieb schliessen.» So klingt es aus dem Mund von Geschäftsführer Manfred Holdener. Würde das neue Abkommen des Kantons St.Gallen mit dem Land Vorarlberg realisiert, so sähe er seine Investitionen in die Räumlichkeiten des Flugplatzes Altenrhein von über zehn Millionen Franken verloren. Damit sei die Flugsicherheit und auch die Aus- und Weiterbildung von neuen Piloten gewährleistet worden. Er betont:

«Fliegen ist nicht unser Hobby, sondern unser Beruf».

Er fliege nicht zum Spass irgendwohin, um einen Kaffee zu trinken. Viel eher beschäftigt er mit der Helialpin AG mit Hauptsitz in Altenrhein 18 Personen an drei Standorten.

Das Abkommen geht derzeit von jährlich 4500 Heli-Flugbewegungen bei Altenrhein aus. Diese sollen auf 2500 reduziert werden, weil sie gemäss einer Bevölkerungsumfrage am meisten Lärm verursachen. «Das kommt einem Berufsverbot gleich», sagt Holdener. Denn diese Anzahl genüge nicht einmal für sein Unternehmen geschweige denn für einen ganzen Flugplatz. Zur Unternehmensstrategie gehört auch ein Wartungsbetrieb. Die Maschinen müssen also anfliegen und nach der Wartung nochmals in vier bis fünf Testflügen überprüft werden. Diese Flüge sind im Abkommen in keiner Weise erwähnt – anders als etwa Such-, Rettungs- und Polizeiflüge sowie Armeehelikopter. Denn diese sollen von der Begrenzung ausgenommen sein.

Fernab eines Flugplatzes zu starten ist weniger sicher

Ausweichmöglichkeiten sieht Holdener im Notfall vor allem zwei: Eine externe Halle mieten und aus dem Feld starten. «Der Lärm würde so aber nur in die Wohnquartiere getragen.» Das sei nicht in seinem Sinn, denn er strebe ein freundliches Miteinander an. Zudem sei das Starten und Landen fernab eines Flugplatzes weniger sicher. «Ich denke nicht, dass diese Lösungen dem Willen der Regierung und der Bevölkerung entsprechen.»

Diskussionen mit Lärmgegnern gebe es selten. Ansässige wüssten, dass um einen Flughafen mit Lärm zu rechnen ist.

«Dafür bieten wir aber auch Arbeitsstellen und bringen der Region einen Mehrwert.»

Zudem setze Helialpin auf möglichst lärmarme Maschinen.

Vor 27 Jahren war Helialpin, damals noch Bonsai Helikopter AG, das erste Unternehmen, welches Helikopterflüge ab Altenrhein anbot. Von den drohenden Einschränkungen habe das Unternehmen erst durch die Medien erfahren. «Wir können nicht nachvollziehen, wieso uns nun die Sicherheit und das Geschäft kaputtgemacht werden sollen.»

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