FLÜCHTLINGE: Rheineck nimmt 100 Flüchtlinge auf

Rheineck hat bereits 27 Asylsuchende aufgenommen. Ab Mitte Juli kommen 100 dazu. Der Stadtrat hat ein Hilfegesuch des Kantons St. Gallen gutgeheissen und stellt die Militär- und Zivilschutzanlage zur Verfügung. Am 5. Juli findet dazu eine öffentliche Informationsveranstaltung statt.

Rudolf Hirtl
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Im Licht des Feuerzeugs wird das Schloss der eisernen Eingangstür geöffnet. (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Im Licht des Feuerzeugs wird das Schloss der eisernen Eingangstür geöffnet. (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

RHEINECK. Die Militär- und Zivilschutzanlage unter dem Mehrzweckgebäude in Rheineck strömt diesen typischen, beinahe modernden Duft aus. Das Kunstlicht ist fahl. Das Ambiente nüchtern und zweckmässig. Hier vier bis sechs Monate zu leben, kann kein Vergnügen sein. Jürg Eberle, Leiter des Migrationsamtes des Kantons St. Gallen, und Urs Weber, Leiter der Asylabteilung, zeigen sich gestern nachmittag trotzdem hochzufrieden damit, was ihnen der Stadtrat spontan als Unterkunft für 80 bis 100 Asylsuchende zur Verfügung stellt. «Im Gegensatz zu reinen Zivilschutzanlagen hat es hier Duschen. Das ist ein echter Vorteil. Die Anlage hier erfüllt absolut ihren Zweck», so Weber.

Keine Frauen und Kinder

Auch Jürg Eberle zeigt sich dankbar für das positive Signal des Rheinecker Stadtrates. «Die aktive Unterstützung durch die Gemeinden ist im Asylwesen zentral. Geht es doch um eine gegenseitige Unterstützung bei der Bewältigung grosser Herausforderungen.» Die vorübergehende Nutzung von Militär- und Zivilschutzanlagen habe sich bewährt. So könnten die derzeit vollständig belegten kantonalen Asylzentren entlastet werden. Befristet heisst in diesem Fall maximal sechs Monate. «Mit diesem klaren Zeitfenster schaffen wir nicht nur Planungssicherheit für die Gemeinden. Die Erfahrung zeigt auch, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung für Asylunterkünfte grösser ist, wenn die Dauer dafür limitiert ist», sagt Jürg Eberle. Bewohnt wird die Anlage in der Nähe von Migros und Coop in Rheineck ausnahmslos von Männern. In erster Linie, weil eine räumliche Trennung nicht möglich ist.

Bevölkerung wird orientiert

Woher die Flüchtlinge kommen – die ersten dürften Mitte Juli eintreffen –, welche Beschäftigungs- und Integrationsprogramme umgesetzt werden und, vor allem, was bezüglich Sicherheit und Kontrolle gemacht wird, dies erfährt die Bevölkerung am Informationsanlass vom Dienstag, 5. Juli, 19 Uhr, im Saal des Hotels Hecht. «Der Stadtrat legt Wert darauf, dass die Bevölkerung seitens des Kantons noch vor den Sommerferien über die Details zur geplanten Asylunterkunft in Kenntnis gesetzt wird», betont Stadtpräsident Hans Pfäffli.

Stadtpräsident Hans Pfäffli, Urs Weber und Jürg Eberle (von rechts), beide vom kantonalen Migrationsamt, im sanitären Bereich der Anlage. (Bilder: Benjamin Manser)

Stadtpräsident Hans Pfäffli, Urs Weber und Jürg Eberle (von rechts), beide vom kantonalen Migrationsamt, im sanitären Bereich der Anlage. (Bilder: Benjamin Manser)

Jürg Eberle Leiter des Migrationsamtes des Kantons St. Gallen (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Jürg Eberle Leiter des Migrationsamtes des Kantons St. Gallen (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))