Flüchtlinge als Betreuungshelfer

Das Rote Kreuz Kanton St. Gallen bildet Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen zu Betreuungshelfern aus. Der Verband des Pflegepersonals ist skeptisch.

Adrian Vögele
Merken
Drucken
Teilen
Flüchtlinge absolvieren den Betreuungshelfer-Kurs des Roten Kreuzes St. Gallen. (Bild: pd)

Flüchtlinge absolvieren den Betreuungshelfer-Kurs des Roten Kreuzes St. Gallen. (Bild: pd)

ST. GALLEN. Das Projekt des Roten Kreuzes Kanton St. Gallen ist schweizweit einzigartig: Anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen können sich zu sogenannten Betreuungshelfern ausbilden lassen. Während sechs Monaten arbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu 80 Prozent als Praktikanten, etwa in Heimen, und übernehmen einfache Pflegeaufgaben. Hinzu kommen Theorie- und Deutschunterricht beim Roten Kreuz.

Die ersten fünf Teilnehmer schliessen die Ausbildung am 24. September ab. «Die Rückmeldungen aller Beteiligten sind positiv», sagt Daniela Paci, die das Projekt beim Roten Kreuz leitet. Im Oktober startet der nächste Lehrgang.

Angestossen hat das Projekt die Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten. Diese will damit den Mangel an Pflegepersonal entschärfen und gleichzeitig Flüchtlingen einen Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen.

Die Ostschweizer Sektion des Berufsverbands Pflege übt Kritik: Die Absicht des Projekts sei zwar lobenswert, doch mit Flüchtlingen als Praktikanten lasse sich der Notstand beim Pflegepersonal nicht entschärfen – dafür seien sie zu wenig qualifiziert.

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 27. August.