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FLICKWERK: Die Säntisfahne in der Flickerei

Am Säntis hängt schon bald wieder die grösste Schweizer Fahne der Welt. Derzeit bringen Näherinnen das vom Sturm zerfetzte Stück in Form. Die Bevölkerung konnte ihnen am Samstag dabei über die Schultern schauen.
Ursula Ammann
Die Patinnen und Paten der grössten Schweizer Fahne der Welt bewundern ihren Schützling aus der Nähe. (Bild: Ralph Ribi (Münchwilen, 5. Mai 2018))

Die Patinnen und Paten der grössten Schweizer Fahne der Welt bewundern ihren Schützling aus der Nähe. (Bild: Ralph Ribi (Münchwilen, 5. Mai 2018))

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier:<strong><em>www.tagblatt.ch/epaper</em></strong>

Meter um Meter schlängelt sich der Stoffwulst über den Boden der Industriehalle in der «Zukunftsfabrik» Münchwilen. Um die riesige Masse zu bändigen, sind gleich zwei Näherinnen pro Maschine am Werk: Eine büschelt das Material, die andere drückt aufs Pedal. Dutzende von Interessierten schauen den Frauen dabei über die Schultern. Auch viele Patinnen und Paten sind da. Sie können ihren Schützling – die grösste Schweizer Fahne der Welt aus dem Hause der Wiler Firma Heimgartner Fahnen AG – für einmal ganz aus der Nähe bewundern und sogar anfassen.

Die Fahne wird resistenter gemacht

Auch Bruno Vattioni, Geschäftsführer der Säntis-Schwebebahn AG, ist in die «Zukunftsfabrik» gekommen. «Würde man die Fahne hier auslegen, über­träfe sie die Hallengrösse um fast das Zehnfache», sagt er. Noch ist die 6400 Quadratmeter grosse Säntisflagge ein Flickwerk. Der Sturm am 1. August hat sie zerrissen. Um sie resistenter zu machen, bekommt die Fahne nun zusätzliche Querverstrebungen. Die Arbeit steht erst noch bevor. Zwei Näherinnen flicken und verstärken die Fahne in wochenlanger Arbeit. Zudem beseitigen sie kleine Löcher, welche die spitzigen Felsstücke hinterlassen haben. Kein Job für Anfänger.

«Der Stoff ist sehr rutschig», sagt eine Näherin. Doch sie weiss, wie man mit dem Material, das auch bei Heissluftballonen zum Einsatz kommt, umgeht. Schon 16 Jahre arbeitet sie bei Heimgartner Fahnen. Und schon zum dritten Mal flickt sie das rot-weisse Prachtstück. «Wenn ich die Fahne dann wieder am Säntis hängen sehe, ist das ein schöner Moment», sagt sie. Wird die Fahne diesmal halten? Eine Garantie dafür gebe es nicht, sagt Nicos Höhener, stellvertretender Geschäftsführer der Heimgartner Fahnen AG. Er sieht es pragmatisch. «Sollte die ­Flagge kaputtgehen, ist das zwar schade, aber nicht das Ende der Welt.» Es sei der Event, der im Vordergrund stehe. Am 31. Juli wird die 600 Kilogramm schwere Fahne wieder von 15 Höhenarbeitern entrollt – bereits zum vierten Mal.

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