Flashmob gegen Kleiderdiktat

Junge Erwachsene protestierten gestern in der St. Galler Innenstadt gegen die geplante Initiative der Jungen SVP, die «unziemliche» Kleidung verbieten will. Kleidervorschriften seien «unnötig», sagen sie.

David Gadze
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Der Flashmob demonstriert in St. Gallen für die freie Kleiderwahl. (Bild: Michel Canonica)

Der Flashmob demonstriert in St. Gallen für die freie Kleiderwahl. (Bild: Michel Canonica)

ST. GALLEN. Eng geschnittene und bauchfreie Oberteile, Hotpants, kurze Röcke und Kopftücher: Etwa 15 junge Erwachsene waren dem Aufruf der kantonalen Juso gefolgt und hatten sich gestern knapp bekleidet auf dem Bärenplatz zu einem Flashmob versammelt. Dieser richtete sich gegen die Ankündigung der Jungen SVP des Kantons St. Gallen, «unziemliche» Kleidung mit einer Initiative verbieten zu wollen.

Die Selbstbestimmung wahren

«Wir sagen: Alle Menschen sollen sich anziehen können, wie sie wollen», verkündeten die Flashmob-Teilnehmer auf Flugblättern, die sie auf ihrem Zug zum Kornhausplatz verteilten. Und weiter: «Wir setzen ein Zeichen für unser Recht auf Selbstbestimmung und wehren uns gegen unnötige Kleidervorschriften.» Wen die Kleidung störe, der könne wegschauen.

Kaum aufgefallen

Eigentlich sei es paradox, mit einer solchen Aktion für die freie Kleiderwahl protestieren zu müssen, sagte der St. Galler Juso-Stadtparlamentarier Angelo Zehr. Wenn man so bekleidet durch die Strassen laufe, falle man nicht einmal besonders auf. «Wie will man Jugendlichen etwas verbieten, das inzwischen völlig normal ist?» So blieb das Transparent das Auffälligste.

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