Flächendeckende Radon-Kontrollen «zu aufwendig»

ST. GALLEN. Es entweicht aus dem Untergrund, je nach Bodenbeschaffenheit in grösseren oder kleineren Mengen: das natürliche, radioaktive Gas Radon. In der Schweiz kommt es laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor allem im Jura und in den Alpen in höheren Konzentrationen vor.

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ST. GALLEN. Es entweicht aus dem Untergrund, je nach Bodenbeschaffenheit in grösseren oder kleineren Mengen: das natürliche, radioaktive Gas Radon. In der Schweiz kommt es laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor allem im Jura und in den Alpen in höheren Konzentrationen vor. Doch auch im Kanton St. Gallen, wo es nach bisheriger Definition keine Gebiete mit hoher Radonbelastung gibt, ist das Gas ein Thema. «Neue Erkenntnisse zeigen, dass die Gefährlichkeit von Radon bis anhin unterschätzt wurde», heisst es in einer Einfachen Anfrage von Kantonsrat Meinrad Gschwend (Grüne). Radon verursache schweizweit jährlich 200 bis 300 Todesfälle. Der Bund beabsichtige, den Radongrenzwert für Gebäude zu senken. Damit werde sich die Zahl der St. Galler Gemeinden mit mittlerer Radonbelastung deutlich erhöhen.

Gratismessung kaum genutzt

Gschwend wollte von der Regierung wissen, wie sie sicherstelle, «dass alle Wohngebäude in St. Galler Radongebieten tatsächlich gemessen werden». Zudem fragte er unter anderem, wie viele Gebäude im Kanton aufgrund von zu hohen Radonwerten saniert worden seien.

Die Regierung schreibt in ihrer Antwort, der Bund sehe keine flächendeckenden Kontrollen aller Gebäude vor. «Das wäre ein nicht zu bewältigender Aufwand.» Der Kanton führt jedoch Stichproben durch. Das kantonale Labor habe zudem von 2011 bis 2014 Gratis-Radonmessungen für Private angeboten. «Dieses Angebot wurde kaum genutzt, weshalb es per Ende 2014 eingestellt wurde.»

Acht Gebäude in 20 Jahren

In den vergangenen 20 Jahren wurden im Kanton St. Gallen acht Gebäude entdeckt, in denen der Radongrenzwert überschritten war. «Alle wurden inzwischen saniert», schreibt die Regierung. Ein Radonproblem kann jedoch unabhängig vom Alter eines Gebäudes auftreten: «Es gibt keine Garantie, dass neue Gebäude keine erhöhten Radonkonzentrationen aufweisen», so die Regierung. (av)