Fitness
«Der zweite Lockdown in den umsatzstärksten Monaten hat uns belastet»: Thurgauer Fitnesszentren ziehen Fazit nach der Wiedereröffnung

Seit dem 19. April ist Trainieren in Fitnesszentren unter Auflagen wieder erlaubt. Die verschiedenen Zentren im Kanton Thurgau sind bisher zufrieden.

Alain Rutishauser
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Seit einem guten Monat sind die Fitnesszentren in der Schweiz wieder geöffnet.

Seit einem guten Monat sind die Fitnesszentren in der Schweiz wieder geöffnet.

Bild: Maria Schmid

Die Laufbänder rollen mit leisem Surren, Hanteln klinken aneinander, mal leise, mal etwas lauter, Gummisohlen quietschen auf dem Parkett. Seit gut einem Monat, seit dem 19. April, darf in den Fitnesszentren wieder trainiert werden. Mit Maske und Schutzkonzept. Bei Gruppentrainings gilt eine Maximalzahl von 15 Personen. Die Fitnesszentren im Kanton Thurgau ziehen ein erstes Fazit.

Die Zentren sind derzeit zu 50 bis 60 Prozent ausgelastet. Das sei im Bereich dessen, was erwartet wurde und stimme zuversichtlich, sagt Silvia Talabér, Pressesprecherin der Activ Fitness AG, die Zentren in Amriswil, Arbon, Frauenfeld und Kreuzlingen hat. «Wir sind erfreut über die zahlreichen Gäste, die zurückgekehrt sind. Die Anzahl Gäste liegt teilweise über unseren Erwartungen», sagt auch Julia Wohlgensinger, Leiterin Kommunikation der Update Fitness AG, die fünf Standorte im Thurgau hat.

Grosses Bedürfnis nach Sport und Bewegung

Zahlreiche Mitglieder seien erleichtert, dass die Zentren wieder offen sind, sagt Talabér.

«Die Schliessung unserer Fitnessstudios hat wie nie zuvor verdeutlicht, wie stark das Bedürfnis nach Sport und Bewegung in der Bevölkerung ist.»

Das Vitalwerk in Roggwil hat als sogenanntes Gesundheitstrainingscenter viele Mitglieder, die das Training aus gesundheitlicher Sicht absolvieren müssen, etwa wegen Schmerzen oder Verletzungen. «Während dieser vier Monate Lockdown sind bei zahlreichen Mitgliedern die Beschwerden wieder aufgetaucht und somit ist Lebensqualität verloren gegangen», erklärt Kevin Zbinden, Geschäftsführer der Vitalwerk AG.

Mitarbeiter hatten Angst vor ungewisser Zukunft

Finanziell rentiert die Wiedereröffnung allerdings nicht. «Neumitglieder zu gewinnen, ist in der aktuellen Zeit aufgrund der Unsicherheit sowie der steigenden Temperaturen schwierig», sagt Zbinden. Als Jungunternehmen, die Vitalwerk AG wurde im Frühjahr 2019 gegründet, müsse man aber wirtschaftlich wachsen, um die Kosten zu decken, besonders in Zeiten von Corona eher schwierig. Zbinden:

«Der zweite Lockdown in den umsatzstärksten Monaten hat uns dann noch stärker belastet.»

Seine Mitarbeiter habe ausserdem die Angst vor der ungewissen Zukunft des Arbeitsplatzes sehr mitgenommen. «Für die Mitarbeiter ist die Wiederaufnahme des Betriebs ein Lichtblick.» Daher, schliesst Zbinden, habe sich die Wiedereröffnung trotzdem gelohnt.