FISCHFANG AM BODENSEE: Fischer hoffen auf vollere Netze

Wegen des vergleichsweise regenreichen Jahres hoffen die Berufsfischer am Bodensee auf vollere Netze. «Wir gehen derzeit davon aus, dass es ein bisschen mehr ist», sagte die Sprecherin des Internationalen Bodensee-Fischereiverbands, Anita Koops, in Friedrichshafen.

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Seit Jahren kämpfen die Fischer am Bodensee mit rückläufigem Fischfang. 2017 soll es ein besseres Fangjahr geben, vor allem mehr Felchen soll es geben. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Seit Jahren kämpfen die Fischer am Bodensee mit rückläufigem Fischfang. 2017 soll es ein besseres Fangjahr geben, vor allem mehr Felchen soll es geben. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Bei Hochwasser spülen die Zuflüsse des Bodensees mehr wichtige Nährstoffe ins Wasser. Vor allem von den Felchen dürfte es in diesem Jahr etwas mehr geben. Sie sind für die Bodensee-Fischer besonders wichtig − und machen den Angaben zufolge 70 Prozent des Ertrags aus.

Die Berufsfischer am Bodensee kämpfen seit Jahren mit schlechten Fangergebnissen. Aus ihrer Sicht führt der niedrige Nährstoffgehalt im See zu einer geringen Nahrungsmenge für die Tiere − dadurch ist auch der Bestand an Felchen stark eingebrochen.

Im vergangenen Jahr lag der Ertrag der Berufsfischer am Obersee − dem grösseren Teil des Sees − mit 326 Tonnen etwa ein Viertel über dem des Jahres zuvor. Grund für die Zunahme war auch damals Hochwasser. Im langjährigen Vergleich liegen die Fänge den Fischern zufolge auf niedrigem Niveau.

Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) hatte sich angesichts sinkender Bestände im vergangenen Jahr für Zuchtanlagen im Bodensee ausgesprochen. Das lehnen die Fischer jedoch ab. «Wir sind nicht bereit, den Bodensee als Forschungsobjekt zu missbrauchen», sagte Koops. Netzgehege bergen ihrer Ansicht nach Risiken wie etwa Krankheiten. (sda)