Fischer dürfen früher aus den Federn

OSTSCHWEIZ. Ab diesem Herbst darf mit der Netzfischerei am Morgen etwas früher als bisher begonnen werden. Damit soll in den Herbstmonaten die chronische Zeitnot für das Verarbeiten des Fangs gelindert werden.

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Die Bodensee-Fischer haben eine halbe Stunde mehr Zeit. (Bild: Donato Caspari)

Die Bodensee-Fischer haben eine halbe Stunde mehr Zeit. (Bild: Donato Caspari)

Mit der morgendlichen Netzfischerei durfte bisher eine Stunde vor Sonnenaufgang begonnen werden. Dies habe jeweils im Herbst zu knappen Zeiten für die Verarbeitung des Fangs, der bis zur Mittagszeit bei der Kundschaft sein muss, geführt, schreibt die Staatskanzlei des Kantons St.Gallen in einer Medienmitteilung. Um diesen zeitlichen Engpass zu entlasten, habe die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei in Rorschacherberg beschlossen, den Zeitpunkt für den Befischungsbeginn im Herbst auf 1 Stunde und 20 Minuten vor Sonnenaufgang auszuweiten. «Einer weiteren Ausdehnung der Fischerei in die Nachtzeit hinein konnten die Bevollmächtigten aus Gründen der Fischereiaufsicht nicht zustimmen», heisst es im Schreiben weiter.



Mehr Felchen gefangen
Das Fangjahr 2009 ermöglichte den 151 Berufsfischern am Bodensee-Obersee einen Ertrag von 727 Tonnen, etwa gleich viel wie im Vorjahr. Die Felchenfänge waren geringfügig besser, die Barschfänge dagegen deutlich schlechter. Die etwa 14'000 Angelfischer erzielten Fänge von insgesamt 53 Tonnen. Sorge bereite der nach wie vor anwachsende Kormoranbestand, schreibt die Staatskanzlei.

Kormoran-Problem bleibt bestehen
Die Bevollmächtigten appellieren erneut an die Anliegerstaaten, Massnahmen durchzuführen, die zu einer Regulierung des Kormoranbestandes zugunsten der Fischökologie und Fischerei führen. Kormorane entnehmen dem Bodensee derzeit jährlich etwa 200 Tonnen Fisch, überwiegend aus den Flachwassergebieten. (pd/ss.)