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Fische sterben wegen warmem Wasser: Bereits eine Tonne toter Äschen im Rhein

Der Rhein wird von Tag zu Tag wärmer. Die Kantone Thurgau, Schaffhausen und Zürich haben verschiedene Massnahmen ergriffen, um ein um noch grösseres Fischsterben zu verhindern. Hält die Hitze an, wird die Situation kritisch.
David Grob
Ein Fischer holt tote Fische aus dem Rhein. (Bild: David Grob)

Ein Fischer holt tote Fische aus dem Rhein. (Bild: David Grob)

25 Grad gelten als Todesgrenze für die Rheinäsche. Im momentanen Hitzesommer haben viele Gewässer kritisch hohe Temperaturen erreicht. Am Sonntag war der Rhein in Diessenhofen etwa 26,7 Grad warm, in Schaffhausen zeigte das Thermometer gar 27,6 Grad an.

Die Kantone Thurgau, Schaffhausen und Zürich befürchten ein Fischsterben von einem ähnlichen Ausmass wie im Hitzesommer 2003. «Momentan ist die Situation noch nicht gleich gravierend wie 2003», sagt Andreas Vögeli vom Departement des Inneren des Kantons Schaffhausen. Trotzdem:

«Wir haben bereits eine Tonne toter Fische zwischen dem Bodensee und dem Rheinfallbecken aus dem Rhein gefischt, hauptsächlich Äschen.»

Zum Vergleich: Zwei bis drei Tonnen Äschen werden normalerweise im Kanton Schaffhausen aus dem Rhein gefischt. Ein Viertel des jährlichen Fangertrages sei somit bereits tot, meint Departementsleiter Vögeli.

Kantone sind besser vorbereitet als 2003

Die Kantone Schaffhausen, Thurgau und Zürich arbeiten eng zusammen. 2003 traf das Fischsterben die Behörden relativ plötzlich. Rund 50'000 verendete Äschen zählte man 2003 zwischen dem Untersee und Eglisau, beinahe 90 Prozent des Bestandes wurde vernichtet. Seither hat sich die Population wieder erholt, aber nie mehr den Stand von vor 2003 erreicht.

Um ein ähnliches Fischsterben zu verhindern, haben die Kantone reagiert. «Wir haben verschiedene Massnahmen ergriffen, um zumindest einen Teil des Bestandes retten zu können», sagt Vögeli. Eine Massnahme besteht etwa darin, bei beschatteten Bacheinläufen mit tieferer Wassertemperatur sogenannte Kältetröge auszuheben, in denen sich die Fische sammeln können. Vögeli sagt: «Die Fische haben gut auf diese Massnahme angesprochen.»

Roman Kistler, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung, informiert in Schaffhausen. (Bild: David Grob)

Roman Kistler, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung, informiert in Schaffhausen. (Bild: David Grob)

Ausserdem werden die Fische aus zu warmen Gewässern entfernt und in kühlere Gewässer evakuiert. Roman Kistler, Amtsleiter der Jagd- und Fischereiverwaltung Thurgau, sagt:

«Wir haben rund 60 Kilometer an Gewässern im Kanton Thurgau abgefischt und die Fische evakuiert.»

Bereits im Mai sei damit begonnen worden. Insbesondere die Fischer und der Zivilschutz der drei Kantone sind an diesen Rettungsmassnahmen beteiligt. «Beim Abfischen werden die Fische mit Gleichstrom narkotisiert, dann abtransportiert und in kühlere Gewässer umgesiedelt», sagt Kistler. Das elektrische Abfischen funktioniere aber nur in kleineren Gewässern.

Hitze bewirkt Stress für Fische

Die heissen Temperaturen bewirken nicht nur ein Erwärmen der Wassertemperatur, sondern gleichzeitig ein Absinken des Wasserpegels. Hinzu kommen Windverhältnisse, die warmes Oberflächenwasser aus dem Bodensee zusätzlich in den Rhein treiben. Die hohen Temperaturen führen dazu, dass sich die Fische seit mehreren Wochen in einem permanenten Stresszustand befinden, sagt Urs Philipp, der Amtsleiter der Fischerei- und Jagdverwaltung Zürich. Er sagt:

«Man kann sich das so vorstellen, dass man als Mensch in einem sehr heissen Raum ohne etwas zu trinken über längere Zeit rennen muss.»

Dies wirke sich natürlich auf den Kreislauf und den gesamten Körper aus. Fische wie die Äsche haben gerne kaltes Wasser.

Die Notmassnahmen wirken. Noch hat kein derart gravierendes Fischsterben wie 2003 eingesetzt. Langfristig kann aber nur ein Wetterwechsel für Entschärfung sorgen.

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