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Firma Just will Walzenhausenbahn nicht verlieren

Die gefährdeten Ostschweizer Zahnradbahnen haben auch Sympathisanten in der Wirtschaft: Die Firma Just schliesst nicht aus, die Walzenhausenbahn falls nötig finanziell zu unterstützen.
Adrian Vögele
Die Walzenhausenbahn bei der Einfahrt ins Dorf: Links oben ist der Neubau der Firma Just zu sehen. (Bild: Urs Bucher)

Die Walzenhausenbahn bei der Einfahrt ins Dorf: Links oben ist der Neubau der Firma Just zu sehen. (Bild: Urs Bucher)

Die ungewisse Zukunft der Ostschweizer Zahnradbahnen beschäftigt auch die Wirtschaft. In Walzenhausen hat die Kosmetikfirma Just eine besondere Nähe zur Bahn hinunter nach Rheineck. «Sie fährt direkt vor unserem Gebäude vorbei», sagt Hans­ueli Jüstrich, der das Unternehmen zusammen mit seinem Bruder Marcel in dritter Generation führt. «Dass die Kantone die Stilllegung der Linie prüfen, ist ein harter Schlag für uns, für Walzenhausen und das Appenzeller Vorderland.»

Schon heute engagiert sich das Unternehmen für die Nutzung der Bahn: Es bezahlt Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit dem öffentlichen Verkehr anreisen, die Hälfte des Ostwind-Abos. Die Angestellten können wählen zwischen diesem Angebot oder einem Parkplatz. «25 Mitarbeitende kommen mit der Bahn zur Arbeit», sagt Jüstrich. Das ist der kleinere Teil der 170 Just-Mitarbeiter in Walzenhausen. Hansueli Jüstrich sorgt sich aber nicht nur wegen der Pendler um die Zahnradlinie: «Sie ist wichtig für den Tourismus und macht die Anreise für auswärtige Besucher besonders attraktiv.» Die Firma Just hat in Walzenhausen einen zweistelligen Millionenbetrag in einen Neubau investiert – seit zwei Jahren ist das Gebäude in Betrieb. Dort ist auch eine «Erlebniswelt» geplant, die Einblick in die Geschichte und Produkte des Unternehmens geben soll. Zum Erlebnis für die Besucher soll laut Hansueli Jüstrich auch die Bahn gehören.

Bahnhofgebäude bereits gerettet

Falls die Kantone die Walzenhausenbahn stilllegen wollen: Könnte sich das Unternehmen Just vorstellen, die Bahn mit eigenen finanziellen Mitteln zu retten? «Sicher nicht im Alleingang», sagt Hansueli Jüstrich. Weil die Bahn eine touristische Bedeutung habe, sei auch der Staat weiterhin in der Pflicht. «Wenn es aber ein überzeugendes, übergeordnetes Konzept gibt, in dessen Rahmen sich verschiedene Gruppen finanziell beteiligen können, dann kann ich mir vorstellen, dass wir mithelfen werden.»

Für das Bahnhofgebäude in Walzenhausen sind Hansueli Jüstrich und sein Bruder bereits in die Bresche gesprungen: Um das Haus als Begegnungszone im Dorfkern weiterhin zu erhalten, gründeten sie zusammen mit anderen Initianten die Walzenhausen Bahnhof AG. Über Publikumsaktien sind auch diverse Bürger am Unternehmen beteiligt. Die Bahnhof AG kaufte den Appenzeller Bahnen das Gebäude ab und sanierte es, im Sommer 2016 wurde es feierlich eröffnet. «Nach diesen Anstrengungen wäre es äussert schade, wenn nun die Zahnradbahn gestrichen würde», sagt Hansueli Jüstrich.

Ein Modell zur Rettung der Ostschweizer Zahnradbahnen könnten Stiftungen sein. Die Gemeindepräsidenten von Rorschacherberg und Eggersriet haben sich bereits positiv zu einer solchen Lösung für die Rorschach-Heiden-Bahn geäussert. So könne diese für touristische Zwecke weiterbetreiben werden, und diejenigen Personen, welche die Bahn gezielt nutzen wollten, könnten sich finanziell engagieren. Als öV-Anbindung favorisieren Rorschacherberg und Eggersriet hingegen eine Buslinie. Dies im Gegensatz zu Wienacht: Für das Dorf sei die Bahn als Verkehrsmittel wichtig, betont der Gemeinderat von Lutzenberg.

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