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Wildhauser will mit geleasten Zimmern sein Hotel in Schuss bringen

Der Wildhauser Hotelier Michael Müller bringt seinen veralteten Familienbetrieb wieder in Schuss – mit unkonventionellen Ideen. Zum 150-Jahr-Jubiläum 2021 soll alles in neuem Glanz erstrahlen.
Regula Weik, Christoph Zweili
Das Hotel Hirschen in Wildhaus. (Bilder: Ralph Ribi)

Das Hotel Hirschen in Wildhaus. (Bilder: Ralph Ribi)

3,5 Millionen Franken investieren Simone und Michael Müller, um ihr Hotel Hirschen in Wildhaus auf Vordermann zu bringen. Dabei haben sie einen neuartigen, bislang unkonventionellen Weg der Finanzierung gewählt. Sie mieten ihre frisch renovierten Hotelzimmer über mehrere Jahre zurück – eine Art Hotelzimmer-Mietkauf-Leasing. «Das ist ein schmaler Grat, aber dafür ist die Aussicht umso besser.» Möglich macht dies das Unternehmen «Furnirent» – mit einem neuen Ansatz, denn die österreichischen Hoteliers hatten vor zehn Jahren das gleiche Problem.

«Hirschen»-Hotelier Michael Müller in seiner Bluesbar aus hellem Eichenholz.

«Hirschen»-Hotelier Michael Müller in seiner Bluesbar aus hellem Eichenholz.

«Nach dem Umbau ist vor dem Umbau», sagt Müller und hat bereits ein nächstes Ziel vor Augen. 2021 wird der «Hirschen» 150 Jahre alt. Bis zum Jubiläum will der Hotelier das Haus komplett umgebaut und renoviert haben – nicht nur die Zimmer. Und wieder hat er sich auf Finanzierungssuche gemacht. Seine neue Idee: ein «Hirschen-Gold-Club». Wer 10000 Franken oder mehr locker macht, kann Clubmitglied werden. Müller spricht von einem «Feriensparplan für VIPs». Für die Investoren ein lohnender Deal: Wer sein Geld nach drei Jahren wieder rausnimmt, erhält es mit fünf Prozent Verzinsung zurück. «Bei Stammgästen und Bekannten haben wir damit bereits erste Erfolge.»

Schlafabos liefen nicht so gut

Müller machte schon früher mit neuen Ideen von sich reden. So lancierte er im Dezember ein Schlaf-Abo für die ganze Wintersaison; Abonnementsbesitzer konnten sieben Tage pro Woche nach Lust und Laune im «Hirschen» übernachten. Fünf hat er verkauft, auf zehn bis fünfzehn hatte er gehofft. Ein Reinfall also? Müller sieht es anders. Sie hätten mit der Aktion nationales Echo erhalten, weil sie als erstes Hotel in der Schweiz ein solches Angebot kreiert hätten. «Wir wollten ausprobieren, ob der Abogedanke, den es in vielen Branchen gibt, auch in der Hotellerie funktioniert.» Das Schlaf-Abo hatte mit dem Wander-Abo vergangenen Herbst bereits einen Vorgänger. Ob Müller die Idee weiterverfolgt, hat er noch nicht entschieden.

Schneller Wechsel vom Seminar- zum Freizeithotel

Das Hotel Hirschen ist spezialisiert auf Seminare. An 13 Wochen im Jahr und an den Wochenenden spricht es aber Ferien- und Ausflugsgäste an – während der Schulferien, samstags und sonntags ruht der Seminartourismus. «Wir müssen in der Lage sein, innert weniger Stunden vom Seminarhotel zu einem Freizeithotel zu werden», sagt Müller. Seminartourismus hat einen grossen Vorteil: Er ist wetterunabhängig. Heute ist der «Hirschen» zu 45 Prozent ausgelastet. Müller hofft mittel- und langfristig diese Auslastung auf 60 Prozent zu steigern. «Wir wollen im Seminarbereich zu einem der Top-Hotels in der Ostschweiz werden», sagt der Hotelier.

Obwohl er Erfahrung in der Vier- und Fünfstern-Gastronomie hat, setzt Müller im eigenen Betrieb auf einen Dreistern-Superior-Betrieb. «Es wird künftig wohl ohnehin keine Sterneklassierungen mehr geben. Alles wird über Buchungsplattformen laufen.»

Markteintritt für "Furnirent" in der Ostschweiz

Der Ansatz des Kärtner Hotelfinanzierungsspezialisten Furnirent ist neu in der Ostschweiz. Seit 2002 hat das Villacher Unternehmen über 100 Hotels in Deutschland und Österreich neu ausgestattet; jeweils in maximal acht Wochen ab unterzeichnetem Vertrag – und das im laufenden Betrieb. Furnirent übernimmt 50 Prozent des finanziellen Risikos, lässt die Möbel von Partnerbetrieben produzieren, einbauen und vermietet sie dann ans Hotel. Die Hoteliers zahlen die Einrichtung mit verzinsten Raten zurück, bis sie nach einer gewissen Zeit ihnen gehören. Was Müller in Wildhaus versucht, wird in der Branche sehr wohl wahrgenommen: «Namhafte Hoteliers schauen sich die renovierten Zimmer an.»

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