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Finanzprobleme: St.Galler Spitalverbund legt Denkpause für Wattwiler Bauprojekt ein

Der St.Galler Spitalverbund schliesst das erste Halbjahr 2018 mit einem Gewinn von 1,6 Millionen Franken ab. Dennoch seien die Prognosen düster. Die direkte Folge: Das Wattwiler Bauprojekt wird auf Eis gelegt. Und in der Spitalregion Fürstenland Toggenburg muss ganz allgemein drastisch gespart werden.
Tim Naef
Das Bauprojekt am Spital Wattwil wird nochmals genauer unter die Lupe genommen. (Bild: Mareycke Frehner)

Das Bauprojekt am Spital Wattwil wird nochmals genauer unter die Lupe genommen. (Bild: Mareycke Frehner)

«Aufgrund der finanziellen Entwicklung hat der Verwaltungsrat der Spitalverbunde eine strategische Beurteilung des Bauprojektes Wattwil vorgenommen», schreibt der St.Galler Spitalverbund in einer Medienmitteilung. Die erste Etappe sei bereits in Betrieb, und die zweite Etappe werde demnächst begonnen. «Die dritte und vierte Etappe sind jedoch noch nicht weit fortgeschritten», heisst es. Der Verwaltungsrat habe ein strategisches Interesse, in Wattwil möglichst jene Investitionen zu tätigen, die der zukünftigen Strategie entsprächen:

«Nach einer Risikoabwägung zum Bauprojekt Wattwil hat der Verwaltungsrat deshalb beschlossen, die zweite Etappe weiterzuführen und eine Denkpause für die weiteren Bauarbeiten (Unterbruch Etappen 3 und 4) einzuschalten.»

Der Verwaltungsrat betont allerdings, dass dieser Unterbruch keine definitive Entscheidung über das Bauprojekt Wattwil darstelle. Sobald definitive Ergebnisse aus den Strategieprojekten vorliegen würden, könne eine ganzheitliche Neubeurteilung stattfinden.

Die vier Etappen des Bauprojekts Spital Wattwil

Etappe 1: Um Platz für den neuen Bettentrakt zu schaffen, werden der Trakt B und Teile des Traktes A abgebrochen. Ein Provisorium wird erstellt.

Etappe 2: Nach Bezug des neuen Bettentraktes wird der Teil des heutigen Trakts A umgebaut, in welchem auch die Operationssäle untergebracht sind. Diese werden komplett saniert.

Etappe 3: Der heutige Bettentrakt C wird umfassend umgebaut. Nach Abschluss der Arbeiten werden dort die Tagesklinik, die Untersuchungsräume und das neue Labor untergebracht.

Etappe 4: In der letzten Phase des Bauprojekts wird der verbliebene Teil des heutigen Traktes A umgebaut. Dort werden weitere Räume für die Tagesklinik sowie die gynäkologische Praxis eingerichtet.

Besorgniserregende Entwicklung im Fürstenland/Toggenburg

Als Grund für die Entscheidung, das Wattwiler Bauprojekt auf Eis zu legen, gibt der Verwaltungsrat das Halbjahresergebnis und die Prognosen für die vier Spitalverbunde des Kantons St.Gallen an.

Wie der St.Galler Spitalverbund in der Mitteilung schreibt, zeigt der Detailvergleich, dass die Prognosen in zwei Spitalverbunden zwar besser ausfallen als im Budget angenommen. Dies sei aber lediglich auf Einmaleffekte zurückzuführen. Mit Besorgnis habe der Verwaltungsrat indes von der Entwicklung in der Spitalregion Fürstenland Toggenburg Kenntnis genommen.

Der Halbjahresabschluss zeige auf, wie die Resultate der Spitäler von externen Faktoren beeinflusst würden. Das positive Ergebnis des Kantonsspitals sei beispielsweise auf einen höheren Casemix-Index zurückzuführen.

Der Casemix-Index beschreibt für einen bestimmten Zeitraum die durchschnittliche Schwere der Patientenfälle gemessen an einer Skala, die dem Gesamt-Ressourcenaufwand entspricht.

Drastische Einschnitte nötig

Im Gegensatz zum St.Galler Kantonsspital schlage das Pendel in der Spitalregion Fürstenland Toggenburg genau in die andere Richtung aus. «Weitere Frequenzeinbussen und ein tieferer Casemix-Index führen unter anderem zu einem Verlust, der sich rasch vergrössert», so der Spitalverbund in der Mitteilung. Die prognostizierten Budgetabweichungen seien derart dramatisch, dass ohne drastische Einschnitte das Eigenkapital ab den Jahren 2020/2021 aufgebraucht sein werde.

Da der Handlungsbedarf in Bezug auf die Spitalregion Fürstenland Toggenburg grösser und schneller als erwartet sei, habe der Verwaltungsrat ein Sanierungsprojekt in Auftrag gegeben: In diesem sollen betriebliche Massnahmen aufgezeigt werden, die abgestimmt sind auf die laufende Leistungs- und Strukturentwicklung. «Das Sanierungsprojekt greift somit keinen Entscheiden der politischen Gremien vor.» Die Spitalregion Fürstenland Toggenburg werde das Sanierungsprojekt in den nächsten Monaten bis März 2019 bearbeiten.

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