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Final Four, Gewinner, Verlierer: Wie es für die Schweizer Nationalmannschaft weiter geht

Die Spiele nach der WM haben gezeigt: Die Nationalmannschaft lebt. Vielleicht mehr denn je. Noch gibt es Erklärungsbedarf zu den nächsten Schritten in der Nationenliga, zum anstehenden Heusler-Bericht, der dem Flaggschiff des Schweizer Fussballs eine Verbesserung der Strukturen bringen soll. Und zum Nationalteam selbst.
Christian Brägger
Wie geht es weiter mit der Schweizer Nationalmannschaft? (Bild: Keystone)

Wie geht es weiter mit der Schweizer Nationalmannschaft? (Bild: Keystone)

Wie geht es für die Nationalmannschaft nun weiter?

Länderspieltechnisch hat die Schweiz bis März Winterpause. Der nächste Termin ist am 2. Dezember in Dublin, dann findet die Auslosung der Qualifikationsgruppen für die EM 2020 statt. Hiefür werden 55 Uefa-Nationen in sechs Lostöpfe eingeteilt und in zehn Gruppen gelost. Weil die Resultate der Nations League zählen, ist die Schweiz in Lostopf eins und damit als Gruppenkopf gesetzt, wobei sie als Final-Four-Teilnehmer die EM-Qualifikation im nächsten Jahr in einer Fünfergruppe absolviert. Schliesslich qualifizieren sich die besten zwei Teams pro Gruppe für die EM, die 2020 in zwölf Städten ausgetragen wird. Verpasst die Schweiz den direkten Weg ans Turnier, hat sie eine letzte Möglichkeit über die Barrage-Spiele im März 2020; den Platz für diese Partien hat sie – dank der Nations League – bereits auf sicher.

Die Schweiz hat ihre Gruppe in der Nations League gewonnen. Notabene in der höchsten Liga A. Wie geht es dort weiter?

Einen Tag später werden am 3. Dezember – ebenfalls in Dublin – die Halbfinalpaarungen für das Final Four in Portugal ausgelost. Mögliche Gegner sind England, Portugal oder Holland; also alle Gruppensieger der Liga A, die Crème de la Crème sozusagen. Die Halbfinals werden am 5. und 6. Juni in Porto und Guimarães ausgetragen, die Finalspiele am Sonntag darauf, dem 9. Juni.

Was gibt es zu gewinnen in der Nations League?

Diese Frage kommt immer wieder. Natürlich ist die Nations League nicht zu vergleichen mit einer WM oder EM. Aber es geht ums Prestige, man misst sich mit Topnationen, holt Erfahrung, gewinnt Selbstvertrauen. Oder man fällt, wie Deutschland, noch tiefer. Überdies kann der Schweizer Verband mit der Nations League maximal 7,5 Millionen Euro einnehmen. Als Antrittsgage in der Liga A und für den Gruppensieg sind ihm bereits drei Millionen Euro sicher. Gewinnt die Schweiz das Turnier in Portugal, kommen weitere 4,5 Millionen Euro dazu. Zusätzlich entschädigt die Uefa den Vierten des Final Four mit 1,5 Millionen Euro, den Dritten mit 2,5 Millionen und den Unterlegenen des Finals mit 3,5 Millionen.

Wer sind die Verlierer auf Schweizer Seite nach der Nations League?

Vladimir Petkovic wollte den Konkurrenzkampf schüren und verzichtete auf arrivierte Kräfte, die Medien nannten es einen sanften Umbruch. Jedenfalls hat rein fussballtechnisch Blerim Dzemail und Gelson Fernandes im Nationalteam niemand vermisst. Vielleicht fehlt manchmal die Präsenz eines Valon Behrami, doch seine Rückkehr ist ausgeschlossen, auch weil die Hierarchie gerade neu gefunden worden ist. Stephan Lichtsteiner wäre von der Mentalität her noch Gold wert, spielerisch ist die nächste Generation mit Kevin Mbabu und Michael Lang aber parat. Es fragt sich überdies, was eine Rückkehr Johan Djourous bringen könnte – er steht in der Innenverteidigung hinter Manuel Akanji, Fabian Schär und Nico Elvedi. Ein Verlierer ist auch Marwin Hitz, der vor der WM die Prioritäten anders setzte. Ein weiterer WM-Torschütze Josip Drmic – er ist bei Gladbach und folglich im Nationalteam zwischen Stuhl und Bank gefallen.

Wer sind die Gewinner?

Ganz klar: Haris Seferovic, Granit Xhaka, Manuel Akanji, Xherdan Shaqiri, Ricardo Rodriguez, Kevin Mbabu. Und Yann Sommer. Sie bilden das künftige Gerüst der Schweiz, und Xhaka ist ihr klarer, allseits akzeptierter Captain; gerade deswegen drängt sich die Frage auf, ob Petkovic die neue Hierarchie mit einer Rückkehr des angestammten Captains Lichtsteiner durcheinanderwirbeln will. Offensiv bleibt Shaqiri das Herz der Schweiz, Liverpool bekommt ihm offensichtlich bestens.

Yann Sommer, Torhüter, Note 5.
Muss rasch zweimal hinter sich greifen. Danach hält er aber mehrfach stark.
Kevin Mbabu, Rechtsverteidiger, Note 5,5.
Starker Auftritt. Macht viele Vorstösse. Holt den Penalty zum 1:2 raus und bereitet das 5:2 vor.
Timm Klose, Innenverteidiger, Note 5.
Erhält die Chance in der Startelf. Er gewinnt sehr viele Zweikämpfe.
Nico Elvedi, Innenverteidiger, Note 4.
Verschuldet das 0:1, sieht auch beim 0:2 nicht glücklich aus. Steigert sich aber und trifft zum 4:2.
Ricardo Rodriguez, Linksverteidiger, Note. 5.
Beim 0:2 ist er zu passiv. Er erzielt dafür das 1:2 per Penalty und bereitet das 2:2 mit einer Flanke vor.
Granit Xhaka, Defensives Mittelfeld, Note 5.
Der Captain führt das Team als Taktgeber an. Erobert viele Bälle.
Remo Freuler, Defensives Mittelfeld, Note 4,5.
Fällt in diesem Spiel selten auf, ob positiv oder negativ. Macht später Platz für Zakaria.
Edimilson Fernandes, Rechter Flügel, Note 4,5.
Bereitet das 3:2 für Seferovic vor. Kämpferisch und läuferisch ein guter Auftritt.
Xherdan Shaqiri, Offensives Mittelfeld, Note 5,5.
Er sprüht vor Energie. Wunderschön seine Vorlagen zum 2:2, 4:2 und 5:2.
Steven Zuber, Linker Flügel, Note 4,5.
Läuft sehr viel, kämpft und hilft defensiv mit, hat jedoch wenig Offensivaktionen.
Haris Seferovic, Mittelstürmer, Note 6.
Sackstark! Schiesst bei seinem Luzerner Heim-Auftritt drei Treffer und wird mit einer Standing Ovation verabschiedet.
Nicht bewertbar: Denis Zakaria, Loris Benito und Albian Ajeti.
11 Bilder

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Was ist vom Heusler-Bericht zu erwarten?

Viel. Sehr viel sogar. Auch wenn nach dem formidablen Schlussbouquet gegen Belgien alles im Lot scheint. Die WM und ihre Vorkommnisse haben gezeigt, dass ein leistungsorientierter Wandel stattfinden muss. Also tut der Verband gut daran, die Veränderungen umzusetzen, die Berater Bernhard Heusler und Georg Heitz nach eingehender Prüfung in den nächsten Tagen dem Zentralvorstand vorschlagen. Damit der Reformwille, den man beispielsweise in Sachen Kommunikation und Führung verkündet hat, nicht nur Gerede war. Was für die Spieler gilt, muss ebenfalls für die Herren in den Anzügen gelten: Auch sie müssen sich an ihren Worten messen lassen.

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