Filmreifer Coup im Thurgau: Es gab bereits vorher Drohungen

KREUZLINGEN. Anfang Jahr drohten Unbekannte einem Familienvater den Tod von Frau und Sohn an, bremsten seinen Wagen aus und zwangen ihn, Geld abzuheben. Die Ermittler tappen nach wie vor im Dunklen.

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Mit Waffengewalt zwangen die Erpresser den Mann, mit ihnen zu einem Bancomaten zu fahren und dort Geld abzuheben. (Bild: Archiv/Keystone)

Mit Waffengewalt zwangen die Erpresser den Mann, mit ihnen zu einem Bancomaten zu fahren und dort Geld abzuheben. (Bild: Archiv/Keystone)

Das Verbrechen war filmreif: Als sich der 39-jährige Kosovare aus Kreuzlingen berufshalber in St.Gallen aufhielt, klingelte sein Handy. Unbekannte wiesen ihn telefonisch an, sofort an seinen Wohnort zu kommen, sonst müssten seine Frau und sein Sohn sterben. Als der Mann auf der Fahrt nach Hause in Lengwil angelangt war, bremsten die Erpresser seinen Wagen aus. Sie zwangen ihn in der Folge mit Waffengewalt, nach Kreuzlingen zu einem Bancomaten zu fahren und ihnen mehrere tausend Franken auszuhändigen.

Videobilder halfen nicht
«Trotz intensiver Ermittlungen gibt es bisher keine konkreten Hinweise auf die Täterschaft», erklärt Andy Theler, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, auf Anfrage. Es seien zwar einige Informationen aus der Bevölkerung zum Fall eingegangen, sie hätten die Ermittlungen aber nicht entscheidend vorangebracht. Auch die Hoffnungen auf die Überwachungskamera beim Bancomaten in Kreuzlingen haben sich zerschlagen: Darauf war laut Theler einzig das Opfer beim Abheben des Geldes zu sehen.

Im Zusammenhang mit Tat gemeldet
Laut Andy Theler erhielt der Kosovare bereits im Vorfeld Drohanrufe. Diese meldete er allerdings erst im Zusammenhang mit der Tat. Ob der Mann einen Verdacht geäussert hat, wer hinter der Erpressung stecken könnte, wollte Theler mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht sagen. (dwa)

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