Feuer im Kursschiff
«Es wäre gefährlich, den Brand mit Wasser zu löschen, da im Motorenraum viel Elektrizität vorhanden ist»: Das Kursschiff MS St.Gallen hat am Samstag gebrannt

Kurz vor Horn ist am Samstag im Maschinenraum der «MS St.Gallen» ein Feuer ausgebrochen. Es konnte rasch gelöscht werden, verletzt wurde niemand. Der Maschinenraum wurde Ende 2019 komplett erneuert.

Alain Rutishauser
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Die «MS St.Gallen» der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG hat am Wochenende gebrannt.

Die «MS St.Gallen» der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG hat am Wochenende gebrannt.

Bild: PD

Das Kursschiff MS St.Gallen der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG (SBS) ist am Samstag auf dem Bodensee unterwegs. Kurz nach 11:45 Uhr, auf Höhe Horn, bemerkt ein Besatzungsmitglied, dass aus dem Maschinenraum starker Rauch austritt. Der Kapitän steuert kurzerhand auf den Landesteg Horn zu. 35 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder werden evakuiert. Niemand wird verletzt.

Feuer wurde mit CO2-Löschanlage erstickt

Die Feuerwehr Horn wird aufgeboten. «Das Schiff verfügt über eine integrierte CO2-Löschanlage, die von der Besatzung aktiviert wurde», sagt Felix Perrone, Kommandant der Feuerwehr Arbon, die beim Brand ebenfalls im Einsatz stand. Die Löschanlage flutet den Motorenraum mit einer Mischung aus Gas und Kleinstpartikel, um Sauerstoff aus dem Feuer zu entziehen. Die Flammen werden dadurch erstickt. «Es wäre gefährlich, solche Brände mit Wasser zu löschen, da im Motorenraum viel Elektrizität vorhanden ist und das Wasser grossen Schaden angerichtet hätte», fügt Perrone an.

Mit Schläuchen, die an Lüftern angeschlossen sind, saugten die Feuerwehren das Aerosol aus dem Maschinenraum.
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Die Aerosol-Löschsysteme auf dem Schiff vor dem Einsatz...
... und nachdem sie die Flammen erstickt hatten.

Mit Schläuchen, die an Lüftern angeschlossen sind, saugten die Feuerwehren das Aerosol aus dem Maschinenraum.

Bilder: PD

Als die Feuerwehren eintreffen, ist der Brand bereits gelöscht. Nun musste das Gas wieder aus dem Motorenraum gebracht werden. «Dazu haben wir Kleinlüfter verwendet, die den Raum durchlüfteten», sagt Perrone. Mit Schläuchen wurden die Aerosole aus dem Maschinenraum abgesaugt.

Motoren der «MS St.Gallen» wurden Ende 2019 erneuert

Weshalb es im Motorenraum gebrannt hat, ist derzeit noch unklar und wird von der Kantonspolizei Thurgau sowie den Spezialisten der Brandermittlung abgeklärt. Erst Ende 2019 wurde die «MS St.Gallen» komplett ausgehöhlt und restauriert. Alleine aus dem Maschinenraum wurden über 25 Tonnen Material ausgebaut, wie die SBS in einer Medienmitteilung vom Januar 2020 schreibt. Die alten Sulzer Motoren wurden ausgebaut und durch neue, leichtere Motoren ersetzt. Zum Vorfall vom Samstag wollte sich die SBS auf Anfrage nicht äussern.