Fettabsaugen ist keine Kassenleistung

FRAUENFELD. Krankenkassen müssen Fettabsaugungen an den Beinen, die aus ästhetischen Gründen vorgenommen werden, nicht als Pflichtleistungen übernehmen. Das Bundesgericht hat einen entsprechenden Entscheid des Thurgauer Verwaltungsgerichts bestätigt.

Drucken
Teilen

FRAUENFELD. Krankenkassen müssen Fettabsaugungen an den Beinen, die aus ästhetischen Gründen vorgenommen werden, nicht als Pflichtleistungen übernehmen. Das Bundesgericht hat einen entsprechenden Entscheid des Thurgauer Verwaltungsgerichts bestätigt.

Viermal Fett abgesaugt

Eine heute 26jährige Frau störte sich an den Fettansammlungen an ihren Oberschenkeln. Deshalb liess sie sich vor drei Jahren insgesamt viermal Fett an den Beinen absaugen. Die Frau beziehungsweise ihre Ärzte gelangten hierauf an die Agrisano-Krankenkasse und forderten eine Kostenübernahme. Die Kasse lehnte es jedoch ab, die Kosten für die Fettabsaugung und die anschliessende Physiotherapie mit Lymphdrainage zu übernehmen. Die Fettansammlungen waren in den Augen der Kasse nicht als Krankheit anzusehen.

Primär ästhetisches Problem

Als das Thurgauer Verwaltungsgericht diesen Entscheid bestätigte, rief die Frau das Bundesgericht an. Die Richter der II. Sozialrechtlichen Abteilung in Luzern kamen aber ebenfalls zum Ergebnis, dass das Fettabsaugen und die nachfolgende Behandlung nicht kassenpflichtig sind. Das Thurgauer Verwaltungsgericht hatte gestützt auf die medizinischen Unterlagen festgestellt, dass die Frau primär ein ästhetisches Problem hatte, ihre Gesundheit aber objektiv gesehen nicht beeinträchtigt war. Damit habe das Verwaltungsgericht den Krankheitswert und folglich auch die Leistungspflicht der Krankenkasse zu Recht verneint, urteilte das Bundesgericht. (tzi)

Urteil 9C_890/20165