FESTNAHME
Schussabgabe in Rickenbach: Tatverdächtiger 33-jähriger Mann in Ungarn verhaftet – ihm drohen bis zu 30 Jahre Haft

Der Mann, der am 23. Mai 2021 im thurgauischen Rickenbach mehrere Schüsse abgegeben und zwei Personen verletzt hatte, ist in Ungarn festgenommen worden. Der 33-jährige Serbe könnte zu maximal 30 Jahren Haft wegen mehrfacher versuchter Tötung verurteilt werden.

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Die Spurensicherung begann noch in der Nacht.

Die Spurensicherung begann noch in der Nacht.

Bild: BRK News

Am Pfingstsonntagabend wurde vor der Bar Kulthaus in Rickenbach auf zwei Männer geschossen. Die Verletzungen der beiden Opfer waren nicht lebensgefährlich, die beiden 29- und 33-jährige Männer mussten aber mit Schussverletzungen ins Spital gebracht werden. Der mutmassliche Schütze wurde danach national und international zur Verhaftung ausgeschrieben. Der zur Festnahme ausgeschriebene Tatverdächtige konnte nun in Ungarn festgenommen werden. Das Auslieferungsverfahren wurde eingeleitet. Das teilt die Thurgauer Staatsanwaltschaft mit.

Wie schnell der Schütze in die Schweiz ausgeliefert wird, lässt sich laut dem Medienverantwortlichen der Staatsanwaltschaft Thurgau, Marco Breu, schwer vorhersagen. «Bei einem sogenannten einfachen Verfahren kann der Verdächtige sofort überstellt werden», sagt Breu. Dafür braucht es aber die Einwilligung des Verdächtigen. «Bei einem ordentlichen Auslieferungsverfahren kann es mehrere Monate dauern, bis er in der Schweiz ist.»

Verdacht auf mehrfache versuchte vorsätzliche Tötung

«Der 33-jährige Serbe steht in dringendem Verdacht, am 23. Mai 2021, um kurz vor 23 Uhr, an der Toggenburgerstrasse in Rickenbach zwei Personen aus unmittelbarer Nähe angeschossen und dadurch erheblich verletzt zu haben», hält die Thurgauer Staatsanwaltschaft im Mediencommuniqué fest. Aufgrund der Umstände habe die Staatsanwaltschaft Frauenfeld eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts einer mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung eröffnet. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Auf die Frage, in welchem Rahmen sich die Strafe bewegen könnte, antwortet Marco Breu: «Bei einfacher versuchter Tötung liegt der Strafrahmen bei bis zu 20 Jahren Gefängnis. Bei mehrfacher versuchter Tötung, wie in diesem Fall, kann der Verdächtige zu maximal 30 Jahren verurteilt werden.» Erkenntnisse zu den Hintergründen der Tat gebe es noch nicht. «Erst nach der Auslieferung kann der Verdächtige von unseren Behörden befragt werden», sagt Breu.

Die Strasse durch Rickenbach blieb bis weit in die Nacht hinein gesperrt.

Die Strasse durch Rickenbach blieb bis weit in die Nacht hinein gesperrt.

Bild: BRK News

Die Schüsse fielen spät an diesem Abend im Mai, draussen, im Eingangsbereich der Bar. Die Täterschaft flüchtete nach der Schussabgabe. Zwei Personen wurden nach dem Vorfall vorübergehend festgenommen, sie wurden aber schon nach wenigen Stunden wieder freigelassen. (pd/chs/hol)

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