FESTNAHME FALL TÄGERWILEN: Tötungsdelikt in Tägerwilen: Tatverdächtiger festgenommen

Im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt vom Pfingstwochenende in Tägerwilen ist ein 59-jähriger deutscher Tatverdächtiger in Spanien festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft hat die Auslieferung beantragt.

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Der Fundort der toten Frau wurde weiträumig abgesperrt. (Bild: Maya Mussilier)

Der Fundort der toten Frau wurde weiträumig abgesperrt. (Bild: Maya Mussilier)

TÄGERWILEN. Der 59-jährige Tatverdächtige ist bereits am 17. Mai am Flughafen in Barcelona verhaftet worden, teilt die Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau mit. Er war mit dem selben spanischen Mietfahrzeug am Flughafen unterwegs, das auch am Fundort der Leiche gesehen worden war. Ein Zeuge konnte den Tatverdächtigen beobachten, wie er mit dem Mietwagen zum Treffpunkt mit dem Opfer angereist war. Der Mann wurde ausserdem in der nahen Umgebung des späteren Fundortes der Leiche zusammen mit dem Opfer gesehen.

„Es handelt sich bei dem Tatverdächtigen um einen Deutschen Staatsbürger mit Wohnort in Teneriffa“, sagt Stefan Haffter, Medienverantwortlicher der Staatsanwaltschaft Bischofszell. Beim 59-Jährigen handle es sich um einen nahen Bekannten des Opfers. Die Vermutung, dass es sich um ein Beziehungsdelikt handle, stehe nach wie vor im Fokus der laufenden Ermittlungen.

Gleich im Anschluss an die Verhaftung habe die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen die Auslieferung beantragt. Wie lange es dauert, bis der Mann ausgeliefert werde, kann Haffter nicht sagen. Das Auslieferungsverfahren laufe, der Tatverdächtige habe aber nach spanischem Recht die Möglichkeit sich gegen eine Auslieferung zur Wehr zu setzen. „Wir hoffen auf eine baldige Auslieferung“, so Haffter.

Staatsanwalt und Kantonspolizei reiste nach Spanien
Der verfahrensleitende Staatsanwalt ist zusammen mit Spezialisten der Kantonspolizei Thurgau nach Spanien gereist, um die spanischen Behörden bei der Spurensicherung und den Ermittlungen vor Ort zu unterstützen. „Die Delegation war bei der Spurensicherung der spanischen Polizei anwesend. Es wurden Spuren beim Tatverdächtigen, am Mietfahrzeug und in seinem Hotelzimmer gesichert“, sagt Stefan Haffter weiter. Diese werden nun in der Schweiz ausgewertet.

Durch die enge Zusammenarbeit und mit Eurojust in Den Haag, einer Einheit für justizielle Zusammenarbeit der Europäischen Union, konnte der Kontakt zu den Ansprechpersonen in Spanien rasch geknüpft werden. „Auf diesem Weg hat ein enger Informationsaustausch mit den spanischen Behörden stattgefunden“, so Haffter.

Massive Kopferverletzungen
Am 15. Mai war im Uferbereich beim Parkplatz Seerheinbadi in Tägerwilen die Leiche einer 38-jährigen Frau gefunden worden. Eine Obduktion führte zum Ergebnis, dass das Opfer massive Kopfverletzungen aufwies. Die Ermittler gehen davon aus, dass diese schliesslich zum Tod führten. (kapo/tn/jor)