Festivalsommer
«Vor ein paar Wochen haben wir noch nicht daran geglaubt»: Summerdays in Arbon soll stattfinden – Zutritt gibt es aber nur mit Covid-Zertifikat

«Die konkrete Planung startet!» – Dies geben die Organisatoren des Summerdays Festival bekannt. Das Musikfestival am Arboner Hafen soll am Freitag und Samstag, 3. und 4. September, mit etwas weniger Besucherinnen und Besuchern stattfinden. Doch es gibt noch eine letzte Hürde.

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Ganz so voll wird's dieses Jahr wohl nicht: dicht gedrängtes Publikum am Summerdays 2017 beim Auftritt von Pegasus.

Ganz so voll wird's dieses Jahr wohl nicht: dicht gedrängtes Publikum am Summerdays 2017 beim Auftritt von Pegasus.

Bild: Urs Bucher
(27. August 2017)

(pd/dar) Peter Maffay, Patent Ochsner und Marius Baer am Arboner Seeufer? Voraussichtlich schon: Das Summerdays Festival in Arbon soll dieses Jahr stattfinden. Dies geben die Organisatoren in einer Medienmitteilung vom Freitag bekannt. «Die neuesten Öffnungsschritte erlauben den Veranstaltenden, die konkrete Umsetzung und Detailplanung des Festivals aufzunehmen.»

Einige Fragen sind bis dahin aber noch zu klären: Knackpunkt ist die Sitzpflicht bei der Konsumation, die derzeit für Grossveranstaltungen ab September noch gilt. Festival-Direktor Christof Huber sagt: «Fällt diese nicht, wäre das wohl ein Absagegrund. Mit dieser Regelung wäre ein Musikfestival wie das Summerdays nicht durchführbar.» Die Künstler seien gebucht, die Tickets verkauft – «wir müssten komplett umdenken, was in so kurzer Zeit nicht möglich ist». Man sei aber sehr zuversichtlich und fordere auch mit den Branchenverbänden, dass diese Pflicht in einem nächsten Öffnungsschritt für Veranstaltungen nach dem 20. August fallen gelassen werde.

Die Vorfreude ist gross

Trotz dieser Hürde: Die Vorfreude, das Festival nach eineinhalb Jahren Durststrecke durchführen zu können, ist gross. Huber, dessen Team auch das Open Air St.Gallen organisiert, ist froh, nach eineinhalb Jahren Durststrecke und zwei abgesagten Festivals im Sittertobel sowie der letztjährigen Absage des Summerdays nun wieder ein Open-Air-Musikfestival durchführen zu können:

«Wir sind sehr zuversichtlich und freuen uns. Vor ein paar Wochen haben wir noch nicht daran geglaubt.»

Folgende Künstler sollen gemäss derzeitigem Planungsstand auftreten:

  • Freitag: Peter Maffay, Jethro Tull, Red Hot Chilli Pipers, 77 Bombay Street
  • Samstag: La Nefera, Marius Bear, Kunz, Gentleman, Adel Tawil, Patent Ochsner, Hecht
Festivaldirektor Christof Huber.

Festivaldirektor Christof Huber.

Bild: Michel Canonica

«Die Schweizer Bands haben sicher eine tragende Rolle», sagt Christof Huber. Er freue sich auf Peter Maffay, auf Hecht, auf Patent Ochsner, die nun endlich wieder auftreten können. «Wir standen und stehen in engem Kontakt mit vielen Bands. Für viele Künstler war es keine einfache Zeit.»

Es sehe gut aus, dass das geplante Programm praktisch vollumfänglich präsentiert werden könne, heisst es in der Mitteilung weiter. Dies unter Vorbehalt der aktuellen Reisebedingungen in Europa. Einzig Kim Wilde musste ihren geplanten Auftritt absagen. Ein Ersatz werde demnächst bekanntgegeben.

Sitzpflicht bei Konsumation muss fallen, Zutritt nur mit Covid-Zertifikat

Zutritt zum Festivalgelände erhält nur, wer ein gültiges Covid-Zertifikat vorweisen kann, also geimpft, genesen oder getestet ist. Ebenso kann das Summerdays nicht die volle Kapazität an Besucherinnen und Besuchern ausschöpfen. Ab September sind 10'000 Gäste bei Grossveranstaltungen erlaubt. Konkret sollen am Freitag und Samstag, 3. und 4. September, 10'000 statt der üblichen 12'000 Besucherinnen und Besucher pro Tag auf das Festivalgelände am Arboner Hafen gelassen werden.

Die Infrastruktur werde der Besucherzahl und den dann noch geltenden Schutzmassnahmen angepasst. «Details zu den nötigen Massnahmen werden Ende Juni kommuniziert», schreiben die Veranstalter, sobald der Bundesrat die noch offenen Rahmenbedingungen für Grossveranstaltungen ab dem 20. August definiert hat.

Die Infrastruktur wird der Besucherzahl und den Schutzmassnahmen angepasst.

Die Infrastruktur wird der Besucherzahl und den Schutzmassnahmen angepasst.

Bild: Donato Caspari
(24. August 2019)

Wie plant man ein Festival in Zeiten von Corona? Huber sagt: «Es braucht viel Flexibilität und Spontanität. Wir können nicht einfach ein Summerdays durchführen, wie wir es in den vergangenen Jahren getan haben.»

Die Vorlaufzeit, einen Anlass in dieser Grössenordnung auf die Beine zu stellen, sei mit drei Monaten sehr knapp bemessen und werde eine Herausforderung, schreiben die Veranstalter in der Mitteilung. Auch mit den aktuell noch offenen Fragen zu den Schutzmassnahmen. Umso grösser ist aber die Freude bei allen Beteiligten, überhaupt wieder Events durchführen zu können.

Partnerfestival in Spiez findet ebenfalls statt

Gleichzeitig mit dem Summerdays bestätigen die Organisatoren auch die Durchführung des Partnerfestivals, des Seaside Festival in Spiez. Für beide Festivals läuft der Vorverkauf. Bereits gekaufte Tickets für die verschobene Festivalausgabe 2020 behalten ihre Gültigkeit für 2021. In Ausnahmefällen besteht eine erneute Rückerstattungsmöglichkeit der Tickets vom 10. bis zum 20. Juni. Wieviele Tickets das bereits verkauft worden sind, wollen die Organisatoren noch nicht kommunizieren. Nur soviel geben sie bekannt: «Die Tickets am Samstag sind bereits knapp.»