Festival
Jetzt ist es definitiv: Das Open Air St.Gallen 2021 ist abgesagt

Die Situation ist zu schwierig, die Planungssicherheit fehlt: Die Veranstalter des Open Air St.Gallen haben deshalb entschieden, das Festival 2021 nicht durchzuführen. Noch nicht abgesagt ist hingegen das Open Air Frauenfeld, das Mitte Juli stattfinden soll. Die Organisatoren wollen eine Antwort des Bundesrates abwarten.

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Diese Bilder werden auch 2021 fehlen: Das Open Air St.Gallen ist abgesagt.

Diese Bilder werden auch 2021 fehlen: Das Open Air St.Gallen ist abgesagt.

Bild: Michel Canonica

(pd/lim) Die Hoffnungen auf einen baldigen Festivalsommer in der Ostschweiz haben sich zerschlagen. Nach wochenlanger Unsicherheit ist jetzt klar: Auch 2021 wird es im Sittertobel still sein. Das Open Air St.Gallen, das vom 1. bis 4. Juli hätte stattfinden sollen, ist abgesagt. Das teilen die Veranstalter am Montag mit. «In seiner ursprünglichen Form ist das Open Air St.Gallen aktuell schlicht nicht durchzuführen», heisst es in der Medienmitteilung.

Die Planungssicherheit fehlt

Eine unsichere Situation wegen Corona, keine Perspektiven, fehlende Planungssicherheit: Schon vor zwei Wochen stufte OASG-Mediensprecherin Nora Fuchs die Chancen auf eine Durchführung des Festivals als «gering» ein.

Erst 2022 wieder: Das Open Air St.Gallen lässt ein weiteres Jahr auf sich warten.

Video: TVO

Man habe bis zuletzt alle Optionen geprüft, um das Festival «unter sicheren Bedingungen» durchzuführen, heisst es in der Medienmitteilung weiter. In nationalen und internationalen Taskforces, unterstützt von externen Spezialisten, seien Schutzkonzepte und Szenarien geprüft worden.

«Nach wie vor wartet die Branche allerdings auf belastbare Aussagen der Bundesbehörden, die eine realistische Perspektive für Festivals aufzeigen.»

Eine konkrete Planung und Umsetzung seien so nicht mehr möglich. Das treffe nicht nur die Veranstaltenden, sondern auch Akteure wie unter anderem Künstlerinnen und Künstler, Zelt- und Gerüstbauer, Event-Agenturen und viele weitere Beteiligte.

Tickets behalten ihre Gültigkeit

Ob im Sittertobel diesen Sommer ein Alternativprogramm stattfinden wird, ist derzeit noch unklar. Man prüfe ein «kleines Festivalkonzept» für das OASG-Wochenende, heisst es. Details dazu gibt es noch keine.

Das nächste «richtige» Open Air ist vom 30. Juni bis 3. Juli 2022 geplant. Das Line-up soll im Verlauf des Herbsts präsentiert werden. Man versuche, einen Grossteil der bereits gebuchten Acts wieder zu bestätigen, es werden aber auch neue Künstlerinnen und Künstler angefragt.

Bereits gekaufte Tickets für die Ausgabe 2020/2021 behalten laut Veranstalter ihre Gültigkeit. Dem Publikum soll aber eine transparente Lösung geboten werden: Im Anschluss an die Programm-Veröffentlichung 2022 bestehe die Option, das Ticket innerhalb von 30 Tagen zu retournieren.

Was passiert mit dem Summerdays Festival?

Vom gleichen Veranstalter wie das OASG wird das Summerdays Festival in Arbon organisiert. Dieses ist für den 3. und 4. September 2021 geplant. Wird das Festival am Bodensee in Arbon stattfinden? Derzeit unklar. Wegen des späteren Datums könne man sich hier für den Entscheid einen Monat länger Zeit lassen, sagte Mediensprecherin Nora Fuchs gegenüber dem Tagblatt.

Mehrere Festivals bereits abgesagt

Gleichzeitig mit dem OASG wird am Montag auch die Absage des Gurtenfestivals 2021 bekanntgegeben. Es sind düstere Zeiten für Festivalveranstalter. Vor zwei Wochen sagte das Festivalnetzwerk Eventim auf einen Schlag sechs grössere Festivals in Deutschland und das Greenfield in Interlaken definitiv ab. Jetzt zählt ein Countdown auf der Website des Festivals in Interlaken die Tage, Stunden, Minuten und Sekunden bis zur nächsten Durchführung 2022. Das Festival in Interlaken, das eigentlich vom 3. bis 5. Juni 2021 stattfinden sollte, ist das erste der grösseren Schweizer Festivals.

Open Air Frauenfeld wartet auf Antwort des Bundesrats

(sko) Anders als das Open Air St.Gallen kann das Open Air Frauenfeld (OAF) noch keine neue Wasserstandsmeldung verbreiten, denn die Verantwortlichen haben bisher noch keine neuen Informationen aus Bundesbern erhalten. «Wir haben dem Bundesrat eine einfache Frage gestellt, unter welchen Umständen ein Festival durchgeführt werden könnte», sagt OAF-Sprecher Joachim Bodmer. Umso enttäuschter sind die Organisatoren, dass sie bisher keine Antwort auf ihre Frage bekommen haben. Entsprechend soll das grösste Hip-Hop-Festival Europas Anfang Juli mit 50'000 Besucherinnen und Besuchern auf der Grossen Allmend nach wie vor über die Bühne gehen.