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FERIENKALENDER: Pfingstferien: Willkommene Verschnaufpause oder alter Zopf?

In Appenzell Ausserrhoden führen immer mehr Gemeinden die Pfingstferien wieder ein. Auch im Thurgau sind die teilweise noch als Heuferien bezeichneten Ferientage beliebt. Der Kanton St. Gallen will davon nichts wissen.
Janina Gehrig
Bild: Florian Raatz

Bild: Florian Raatz

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: <strong style="margin: 0px; padding: 0px; vertical-align: baseline; border: none; outline: 0px; background: transparent;"><em style="margin: 0px; padding: 0px; vertical-align: baseline; border: none; outline: 0px; background: transparent;">www.tagblatt.ch/epaper</em></strong>

Mallorca, Antalya, Kreta: Wer vor dem grossen Ansturm Mitte Juli verreist, profitiert bei manchen Reiseanbietern vom «Pre Summer Sale». Ein Glück für Familien mit schulpflichtigen Kindern, die in Walzenhausen, Gais oder Bühler wohnen. Sie haben vom 10. bis 21. Mai Pfingstferien.

Die zwölf Ferientage zwischen Auffahrt und Pfingsten sind im Kanton Ausserrhoden jedoch nicht einheitlich festgelegt. Die Schulgemeinden können zwei von zwölf Ferienwochen im Jahr frei einteilen. Nur rund die Hälfte der 20 Gemeinden kommt in den Genuss von Pfingstferien. Das hat immer wieder zu Diskussionen geführt. Auch in Herisau, weshalb die Schulgemeinde derzeit eine Elternbefragung durchführt. Sie will Klarheit in der Frage, ob die aktuelle Regelung mit drei Wochen Herbstferien weitergeführt werden soll oder es in ­Zukunft nur noch zwei Wochen Herbst- und dafür eine Woche Ferien zwischen Auffahrt und Pfingsten geben soll («Appenzeller Zeitung» vom 2. Mai).

Pfingstferien einzuführen, scheint zumindest in Ausserrhoden im Trend zu liegen. So hat etwa Walzenhausen Pfingstferien im Jahr 2014 eingeführt, Schwellbrunn 2012 – ebenfalls nach einer Umfrage bei den betroffenen ­Eltern.

Bild: Florian Raatz

Bild: Florian Raatz

Lieber Sportwoche als Pfingstferien in St. Gallen

Auch im Kanton St. Gallen kann der jeweilige Schulrat eine von insgesamt 13 Ferienwochen ­selber bestimmen. Die meisten wählen eine zusätzliche Woche Anfang Jahr, die Sportwoche, und setzen drei Wochen für die Herbstferien ein. Ein von Eltern genanntes Argument für diese Variante ist, dass es im Sommer auch in der Schweiz warm sei und es vorteilhaft sei, wenn dafür im Herbst drei Wochen für Reisen zur Verfügung stünden.

Ferien zwischen Auffahrt und Pfingsten standen aber auch in St. Gallen schon zur Diskussion. Im Dezember 2015 reichte der CVP-Kantonsrat Michael Schöbi einen Vorstoss für die Einführung von Pfingstferien ein. «Die Schulzeit zwischen Frühlings- und Sommerferien ist zu lang. Pfingstferien wären eine willkommene Zäsur», ist Schöbi auch heute noch überzeugt. ­Zudem sei die Ferienzeit im Frühling ideal. «Es ermöglicht Familien, nicht während der Hochpreissaison in die Ferien zu fahren.» Schöbis Argumente ­fanden bei der Regierung keinen Anklang. Pfingstferien seien im Kanton St. Gallen nie üblich gewesen, hiess es. Zudem stehe es aber jeder Gemeinde offen, die frei verfügbare Ferienwoche zwischen den Feiertagen im Frühling einzusetzen.

Davon Gebrauch macht im Kanton St. Gallen derzeit nur die Gemeinde Steinach – aus einem einfachen Grund: «Wir sind dem Kanton Thurgau angegliedert, weil unsere Kinder die Oberstufe in Arbon besuchen», sagt Cor­nelia Letti-Künzle, Steinacher Schulratspräsidentin. Die Monate Mai und Juni seien eine beliebte Ferienzeit zum Verreisen.

«Da bräuchten die Schüler einen langen Atem»

Das wissen auch die Thurgauer. 2015 hatte der Thurgauer Grosse Rat beschlossen, Pfingstferien flächendeckend in allen Schulen im Kanton einzuführen. «Wir haben festgestellt, dass es sinnvoll ist, alle Ferienwochen kantonal zu organisieren», sagt Beat Brüllmann, Chef des Amts für Volksschulen Thurgau. Wie auch Schöbi findet Brüllmann, ohne Pfingstferien daure die elf Wochen lange Schulzeit bis zu den Sommerferien zu lange. «Da bräuchten die Schülerinnen und Schüler einen langen Atem.» So habe sich der auch als «Vorsommerferien» bezeichnete Urlaub im Thurgau bereits vor 2015 längst etabliert. «Nur wenige Gemeinden mussten nach dem Grossrats­entscheid die Ferienwochen vom Herbst auf den Frühling anpassen», sagt Brüllmann.

Auch in Appenzell Innerrhoden haben Eltern, Lehrer und Behörden vor drei Jahren über die Einführung von Pfingstferien diskutiert. Dabei hätten die Appenzeller im inneren Landesteil nicht von den Herbst-, sondern von den Sommerferien eine Woche in den Frühling verschieben müssen. «Die Idee, von den sechs Wochen Sommerferien eine Woche für Pfingstferien einzusetzen, fand aber von Anfang an keine Unterstützung», sagt Norbert Senn, Leiter des Amts für Volksschulen Appenzell Innerrhoden.

Ob es in Herisau ebenfalls beim Status quo bleibt, oder die Eltern ihre Ferienpläne bald umkrempeln dürfen, wird die Umfrage zeigen. Das letzte Wort hat der Herisauer Gemeinderat.

Noch verreisen, bevor die grosse Hitze kommt - die Pfingstferien. (Bild: Keystone)

Noch verreisen, bevor die grosse Hitze kommt - die Pfingstferien. (Bild: Keystone)

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