Ferien in der Ostschweiz: Wie Sie die Region auf einer Rundreise erkunden mit Tipps vom Thurgau bis ins Toggenburg

Wer den Sommer hierzulande verbringt, muss nicht weit weg, um etwas zu erleben. Das sind unsere Tipps für die Ferien vor der Haustüre, ob bei Regen oder Sonnenschein.

Linda Müntener
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Die Ferien am Meer fallen für viele dieses Jahr coronabedingt ins Wasser. Das ist die ideale Gelegenheit, um die Ferienregion vor der eigenen Haustüre besser kennen zu lernen. Denn wer Erholung oder Abenteuer sucht, muss nicht zwingend weit weg.

Kennen Sie etwa schon alle schönen Ecken der Ostschweiz? Auf unserer Rundreise von Kreuzlingen bis St.Gallen geht's über Wasser, in die Berge, durch Wälder und in die Stadt, vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Attraktionen:

Klicken Sie sich auf der Karte durch die Ostschweiz. Mit dem roten Feld «Explore» wird die interaktive Rundreise gestartet.

Nicht nur für eine Rundreise, auch für Tagesausflüge bietet sich die Ostschweiz an. Ob für Familien, für Sportbegeisterte, bei Regen oder Sonnenschein - diese 20 Ausflugsziele kann man auch in einem Tag besichtigen:

5 Ausflugstipps für Familien

  • Spielen, klettern, rutschen – auf dem grössten Spielplatz der Ostschweiz wird den Kleinen so schnell nicht langweilig. Der Begegnungsplatz Kellen in Goldach ist seit seiner Eröffnung 2011 eine über die Gemeindegrenzen hinaus bekannte Attraktion für Kinder und Familien. 10 Spielinseln, eine Boccia-Bahn und zwei öffentliche Grillstellen laden hier zum Verweilen ein. Gleich nebenan befindet sich die Sportanlage Kellen.
Der grösste Spielplatz der Ostschweiz: der Begegnungsplatz Kellen in Goldach.

Der grösste Spielplatz der Ostschweiz: der Begegnungsplatz Kellen in Goldach.

Bild: Linda Müntener
  • Verborgene Schätze, prähistorische Funde oder Kuriositäten: Das Naturmuseum in St.Gallen zeigt auf 2'000 Quadratmetern Fläche eine vielfältige Dauerausstellung. Für Kinder gibt es spezielle Angebote. So führt beispielsweise der Sommer-Kinderpfad spielerisch durchs Museum und an den Froschteich im Park.
  • Das Thurgauer Dorf Altnau liegt inmitten sanft-hügeliger Apfelplantagen. Warum der Apfel hier besonders gut gedeiht, erfahren Besucher auf dem Apfelweg. Dieser ist mehr als eine Wanderung. Info-Stationen und Mitmach-Installationen machen ihn zu einer lehrreichen Erlebnistour für die ganze Familie. Die Strecke eignet sich auch für eine Velotour.
Apfelmaskottchen «Lisi» begleitet die Familien auf dem Apfelweg.

Apfelmaskottchen «Lisi» begleitet die Familien auf dem Apfelweg.

Bild: PD/Thurgau Tourismus
  • Für kleine und grosse Fans von Burgen und Schlössern lohnt sich ein Besuch im Schloss Werdenberg. Im Museum erleben Kinder das Mittelalter hautnah – Märkte, Ausgrabungen, Leben im Schloss. Bei vielen Angeboten können die Kleinen auch selber mitmachen. Alle Infos dazu gibt's hier.
  • Wer mit kleinen Kindern wandern will, wählt kurze Strecken. Das geht vielerorts sogar mit Kinderwagen – beispielsweise im Appenzellerland. Eine Liste mit kinderwagengängigen Wanderwegen finden Sie hier.

5 Ausflugstipps für Schönwetter

  • Auf taunassen Wiesen, warmen Asphalt und schmierigem Sumpf ist man auf dem Barfussweg von Gontenbad nach Jakobsbad unterwegs. Der Name ist Programm – bevor es losgeht, werden Schuhen und Socken ausgezogen. Der Weg dauert etwa eineinhalb Stunden und ist auch für Familien bestens geeignet.
  • Er wird als «schönster Naturbadesee der Schweiz» angepriesen: der Schönenbodensee in Wildhaus. Er liegt idyllisch in einer Berglandschaft und bietet nach einer Biketour oder Wanderung die ideale Abkühlung. In der kleinen aber feinen Badi gibt eine Liegewiese, Umkleidekabinen und ein Beizli. 
Der Schönenbodensee in Wildhaus liegt idyllisch in einer Berglandschaft.

Der Schönenbodensee in Wildhaus liegt idyllisch in einer Berglandschaft.

Bild: ZVG
  • Schiffrundfahrten lohnen sich nicht nur auf dem Bodensee. Eine besonders Schöne führt durch das Altenrheiner Naturschutzgebiet. Mit dem Kursschiff «MS Rhynegg» geht es aus der Rorschacher Bucht an die Mündung des Alten Rheins, durch eine romantische Flusslandschaft, vorbei am malerischen Städtchen Rheineck. Das Kursschiff verkehrt im Sommer täglich.
  • Wer das Steuer lieber selber übernehmen will, kann dies auf einer gemütlichen Schlauchbootfahrt auf dem Rheintaler Binnenkanal tun.  Los geht's ab dem Erlebnisbauernhof Steigmatt in Montlingen. Die Fahrt bis in die Au dauert etwa drei Stunden, mit Picknick-Pausen am Ufer. Der Kanal ist auch in einer lauen Sommernacht befahrbar, ein grosser Teil ist durch Strassenlaternen ausgeleuchtet. Weitere Infos dazu hier.
Auf dem grossen Gummiboot haben viele Leute Platz, es gibt auch kleinere Modelle.

Auf dem grossen Gummiboot haben viele Leute Platz, es gibt auch kleinere Modelle.

Bild: ZVG
  • Die beiden Dörfer Grub SG und Grub AR sind seit gut einem Jahr durch eine 180 Meter lange Hängebrücke miteinander verbunden. Über sie führen auch Wanderwege, wie etwa dieser Tagblatt-Wandertipp. Der höchste Punkt der Brücke findet sich rund 40 Meter über der Schlucht – nur für Schwindelfreie.

5 Ausflugstipps für Schlechtwetter

  • Das Möhl-Museum in Arbon zelebriert das Mostereihandwerk und präsentiert die Geschichte der Familie Möhl, interaktiv und alle Sinne ansprechend. So können Besucher etwa die Obstmühlen, Pressen, Pumpen und Filter über einen interaktiven Screen beleuchten, der gleichzeitig zeigt, wo die jeweilige Maschine im langen Weg vom Apfel zum gepressten Saft eingesetzt wird. Infos zum Museumsbesuch gibt es hier.
Im Möhl-Museum in Arbon auf den Spuren des Mostereihandwerks.

Im Möhl-Museum in Arbon auf den Spuren des Mostereihandwerks.

Bild: Reto Martin
  • Sich einmal ganz weit weg träumen, bis ins Weltall. Das ist im Bodensee Planetarium in Kreuzlingen möglich – auch bei Schlechtwetter. Der Sternenprojektor im Mittelpunkt der Kuppel sorgt dafür, dass rund 7000 Sterne an den Planetariumshimmel projiziert werden. Es gibt verschiedene Programme und Vorführungen für Erwachsene, Familien und Kinder.
  • Das Rezept des Appenzeller Käses wird natürlich auch im Erlebnisbereich der Schaukäserei in Stein nicht verraten. Man ist ihm aber immerhin auf der Spur. In der Schaukäserei erfährt man alles über die Handwerkskunst des Käses und über die Schönheiten des Appenzellerlands. Zu sehen gibt's unter anderem den Käsekeller, wo bis zu 12‘500 Laibe lagern und das Käsekessi.
Ein Muss für alle Appenzeller-Liebhaber: Die Schaukäserei in Stein.

Ein Muss für alle Appenzeller-Liebhaber: Die Schaukäserei in Stein.

Bild: ZVG
  • Der Trend der Escape-Rooms hält an. Das Prinzip ist ja auch so simpel wie spannend. Eine Gruppe von Menschen wird in einen Raum eingeschlossen. Das Spiel besteht darin, dass sie sich innerhalb einer vorgegebenen Zeit, meistens 60 Minuten, befreien müssen. Dies können sie, indem sie Rätsel lösen und so Hinweise oder Schlüssel erhalten. Ein regionaler Escape-Room befindet sich im Toggenburg - jener der Klangschmiede. Es geht um eine verschwundene Musiklehrerin und eine Gefahr für das Tal. Mehr Infos dazu hier.
  • Das Rock- und Pop-Museum in Niederbüren ist ein Geheimtipp für alle Liebhaber der Musikgeschichte. Die Vereinsmitglieder und Museumsmacher begleiten Gruppen mit Begeisterung durch die Räume und führen in Wort, Bild und Ton durch die Historie. Angefangen im 20. Jahrhunderts mit W.C. Handy, dem «Father of the Blues», bis weit in die 80er- und 90er-Jahre zu Michael Jackson, U2, Prince oder Lady Gaga. Die Wiedereröffnung ist auf den 3. August geplant. Alle Infos dazu hier.
Schallplatten, Autogramme, Cover: Im Rock- und Pop-Museum in Niederbüren schlagen Herzen von Musikfans höher.

Schallplatten, Autogramme, Cover: Im Rock- und Pop-Museum in Niederbüren schlagen Herzen von Musikfans höher.

Bild: Nana do Carmo

5 Ausflugstipps für Aktive

  • Es sieht auf den ersten Blick zwar einfach aus, aber Stand-Up-Paddeln verlangt einiges an Körperspannung und einen geschulten Gleichgewichtssinn. Der Bodensee ist ideal für das Paddeln im Stehen. Veranstalter vermieten die Boards nicht nur, sie bieten auch geführte Touren an, etwa von Kreuzlingen nach Berlingen auf dem Seerhein. Und wem das nicht anstrengend genug ist, der meldet sich für einen Yoga-Kurs auf dem Brett an.
Stand-Up-Paddeln ist gar nicht so einfach, wie es aussieht.

Stand-Up-Paddeln ist gar nicht so einfach, wie es aussieht.

Bild: Hanspeter Schiess
  • Velotouren gibt es in der Ostschweiz zahlreiche. Eine besonders schöne ist die Rhein-Route auf der Etappe zwischen Kreuzlingen und Schaffhausen. Hier radelt man an schmucken Fachwerkhäusern und hübschen Gärten vorbei. Zwischen Berlingen und Steckborn führt die Strecke direkt am See entlang.
  • Wem die Steigungen oder Gegenwind auf dem Velo zu schaffen machen, der weicht aufs E-Bike aus. In verschiedenen Regionen können die Elektro-Gefährte gemietet werden, Tourenvorschläge gibt es zahlreiche. Wie etwa durch die Appenzeller Hügellandschaft
  • Wer das Klettern ausprobieren will und noch keine Erfahrung hat, ist in der Kletterhalle St.Gallen richtig. 3008 Quadratmeter Wandfläche bietet die Anlage im Westen der Stadt. Hier können Anfänger sowohl in Absprunghöhe als auch an hohen Wänden klettern. Auch für Kinder gibt es spezielle Angebote.
Hoch hinaus in der St.Galler Kletterhalle - auch bei schlechtem Wetter.

Hoch hinaus in der St.Galler Kletterhalle - auch bei schlechtem Wetter.

Bild: Benjamin Manser
  • Der Alpstein ist das Wanderparadies der Ostschweiz. Hier gibt es Berggasthäuser, Bergseen und Bergpanorama. Sowohl Routiniers als auch Wanger-Anfänger finden im Alpstein eine passende Route. Den Wegbeschrieb für eine Bergwanderung quer durch den Alpstein bis zum höchsten Punkt gibt es hier.

Infos für Touristen

Hier berät man Sie vor Ort

St.Gallen-Bodensee Tourismus: Bankgasse 9, 9000 St.Gallen, Telefon 071 227 37 37
Thurgau Tourismus: Friedrichshafnerstrasse 55a, 8590 Romanshorn, Telefon 071 531 01 31
Toggenburg Tourismus:
Hauptstrasse 104, 9658 Wildhaus, Telefon 071 999 99 11
Appenzellerland Tourismus: St.Gallerstrasse 49, 9100 Herisau, Telefon 071 898 33 00

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