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FELDMÜHLE-ERSATZ: Rorschach baut zweites Stadtzentrum

Auf dem Areal der Feldmühle, der einst grössten Stickereifabrik der Welt, plant der Immobilienentwickler Steiner Wohn- und Gewerbebauten. Die Stadt Rorschach will ihr Zentrum dorthin ausdehnen, rund um den projektierten Stadtbahnhof.
Fritz Bichsel
Wohnaussichten auf Rorschachs grösstem Fabrikareal: die Bauten der ehemaligen Feldmühle, fotografiert vom Turm der evangelischen Kirche mit Blickrichtung Westen. (Bild: Jil Lohse)

Wohnaussichten auf Rorschachs grösstem Fabrikareal: die Bauten der ehemaligen Feldmühle, fotografiert vom Turm der evangelischen Kirche mit Blickrichtung Westen. (Bild: Jil Lohse)

Fritz Bichsel

ostschweiz@tagblatt.ch

Im Mittelpunkt stehen Verkehrsprojekte: Der Ausbau der Bahnhaltestelle Stadt zu einem Bahnhof, angrenzend ein zentraler Bushof, unter diesen Anlagen und der nächsten Quartierstrasse hindurch ein Strassentunnel. So entstehen in Rorschach nahe des gewachsenen Stadtkerns – 500 Meter oberhalb des Hafens – ein Entwicklungsgebiet und die erste Nord-Süd-Verbindung ohne Barrieren.

Südlich des künftigen Stadtbahnhofs liegt der Kern der einstigen Riesenfabrik Feldmühle. Zuletzt produzierte in diesen Bauten auf 28500 Quadratmetern Bodenfläche bis vor einem Jahr die englische Scapa AG mit noch 75 Mitarbeitenden Klebebänder. Weil ihr Ende absehbar war, nahm die Stadt dieses Areal bereits 2014 in ihr Stadtentwicklungskonzept auf – als Gebiet zur Erweiterung des Stadtzentrums. Sie dehnte den Bereich aus – auf eine doppelt so grosse Fläche samt der Umgebung des projektierten Stadtbahnhofs und nördlich der Bahnlinie bis zum Ende des projektierten Strassentunnels unterhalb der Berufsschule. Für diesen bereits überbauten Stadtteil legte sie mögliche Standorte für markante Neubauten fest.

Mindestens zwei Bauten sollen an Industriezeit erinnern

Gemeinsam mit kantonalen Stellen und privaten Planern entwickelte der Stadtrat ein Raumplanungskonzept und dann zusammen mit der Scapa einen detaillierten Leitplan für das ganze Gebiet. Dieser enthält die Vorgaben für städtebauliche Gestaltung samt Plätzen und Freiräumen, Nutzung von Gebäuden für Wohnen und Gewerbe, denkbare Form und Grösse von Neubauten, Bewahrung wertvoller oder typischer Gebäude, Verkehrserschliessung und Flächen für Verkehrsanlagen samt Portal für die unterirdische Umfahrung des Stadtkerns sowie für Bäume und weiteres Grün.

Für die neue Nutzung des Feldmühle-Areals legte die Stadtregierung fest: «Es soll einen Charakter haben, der an die industrielle Vergangenheit anknüpft.» Entsprechend müssen mindestens zwei Bauten erhalten bleiben: das ehemalige Verwaltungsgebäude gegen den nördlichen Rand bei Bahn- und Bushof und das Fabrikgebäude am westlichen Rand entlang der Feldmühlestrasse. Dieses bildet zusammen mit dem ehemaligen Feldmühle-Bau auf der anderen Strassenseite (heute Permapack) eine für Rorschach typische Strassenschlucht zwischen Industriegebäuden. Weiter bestimmt die Stadt, dass auf Bauflächen im Entwicklungsgebiet Stadtbahnhof/Feldmühle als «neues urbanes Zentrum» auch höhere Häuser möglich sind, aber keine Hochhäuser. Mit diesem Leitplan als Grundlage für die künftige Nutzung kauft jetzt die Steiner Investment Foundation (SIF) von der Scapa das Feldmühle-Areal. Zum Vergleich: Auf dem Areal hätten 70 freistehende Einfamilienhäuser Platz. Den Kaufpreis wollen die Beteiligten nicht nennen.

Investorin rechnet mit Baubeginn etwa in fünf Jahren

Die Stiftung SIF in der Gruppe der Steiner AG legt Kapital von Schweizer Pensionskassen an. Steiner ist einer der grossen Immobilienentwickler und Totalunternehmer in der Schweiz und seit sieben Jahren Teil der indischen Hindustan Construction Company Ltd (HCC). Nach einem Architekturwettbewerb und mit Steiner als Totalunternehmen will die Stiftung die Industriebauten in Rorschach zum grösseren Teil ersetzen und zum kleineren Teil umnutzen für Gewerbe als Schwerpunkt und für Wohnraum. Als nächste Schritte muss sie ein konkretes Projekt erarbeiten, das die Vorgaben erfüllt. Der Stadtrat plant die Umzonung von der Industrie-/Gewerbezone in eine Zone für Gewerbe und Wohnen – was die Zustimmung der Bürger erfordert – und will gleichzeitig einen Sondernutzungsplan erlassen (wohl einen Gestaltungsplan). In diesem werden die Vorgaben der Stadt in Form besonderer Vorschriften für Bauten, Erschliessung und Umgebung rechtsverbindlich.

Aufgrund dieses mehrstufigen Verfahrens rechnet die Stiftung SIF damit, dass sie in etwa fünf Jahren bauen und in acht Jahren Gewerbe- oder Wohnflächen zur Miete und zum Kauf anbieten kann.

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