Federer braucht kein Tennis

WIDNAU. Zum Vierzigsten der Hardrockband AC/DC baute Roger Federer aus Widnau deren Gitarren nach. Nun will der Namensvetter des Wimbledonsiegers sein Kunstwerk der Band vorstellen.

Kurt Latzer
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Über 500 Arbeitsstunden hat Roger Federer in den Bau der Gitarren und des Podests investiert. (Bild: Kurt Latzer)

Über 500 Arbeitsstunden hat Roger Federer in den Bau der Gitarren und des Podests investiert. (Bild: Kurt Latzer)

WIDNAU. Die beiden Federers haben ausser dem Vornamen noch etwas gemeinsam. Beide haben Rheintaler Wurzeln. Das war's dann aber auch schon mit den Übereinstimmungen. Mit dem Tennisspielen nämlich hat der Widnauer Roger Federer absolut nichts am Hut. Die Musik und das kreative Arbeiten sind sein Ding – letzteres womöglich von Vater Peter geerbt. In den vergangenen 50 Jahren hat sich dieser als Künstler einen Namen gemacht. Weit übers St. Galler Rheintal hinaus ist er bekannt, vor allem wegen seiner hohen Skulpturen.

Vierzigster war der Auslöser

Die Augen seines Sohnes Roger beginnen zu strahlen beim Erzählen über seine Idole und deren Geschichte. Er kennt sie alle. Von den Stones über AC/DC bis hin zu Deep Purple und seinen Favoriten Pink Floyd. «Die echten Urgesteine der Rockmusik eben», sagt Roger Federer. Als die australische Hardrockband AC/DC 2013 das 40jährige Bestehen feierte, reifte beim 45jährigen Widnauer die Idee, etwas Einmaliges zu schaffen.

Weil es Roger Federer die Bandgründer Angus und Malcolm Young besonders angetan haben, hat er entschieden, deren Gitarren originalgetreu nachzubauen. «Fast originalgetreu», sagt der gelernte Metallbauschlosser, «ich habe sie im Massstab 1:1,2 gebaut.» In die stählernen Gitarren und das Podest hat er über 500 Arbeitsstunden investiert. «Alles von Hand gesägt, geschliffen, gebogen und montiert», sagt der Namensvetter des Tennisstars. Der Widnauer streicht mit den Fingern über die Stahlsaiten. Leise Töne dringen aus den Resonanzkörpern der Instrumente. «Die sind spielbar», betont Roger Federer, «die kann man am Verstärker anschliessen und Musik damit machen.»

Signieren lassen

Spezielle Gegenstände oder Bilder aus Metall zu machen ist das Hobby des Widnauers. Gerne aber würde er dies zum Beruf machen. «Wenn ich meine Arbeiten in Fachmagazinen veröffentlichen, später vielleicht davon leben könnte», sinniert Roger Federer. Diesem Ziel einen Schritt näher kommen will der Metallbauschlosser im kommenden Juni. Denn dann gastieren AC/DC in Zürich. «Ich würde mich gerne mit den Band-Mitgliedern und meinen Gitarren ablichten sowie das Ganze signieren lassen», sagt Federer.

Geschenk für Tennisstar

Auch den Verkauf seines «Kunstwerks» schliesst er nicht aus, an ein Rock- oder AC/DC-Museum, vielleicht an einen grossen Fanclub der Band mit eigenem Clublokal. Um den Bekanntheitsgrad zu steigern: Wie wäre es mit einem Tennisschläger aus Stahl für den Basler Roger Federer? Die zuvor heiteren Gesichtszüge des Widnauers verfinstern sich. «Für ihn habe ich schon einmal etwas gemacht, ein spezielles Bild aus Stahl», sagt Roger Federer. Das Werk habe er dem Tennisstar im Rahmen eines Turniers in Zürich präsentieren und später für einen guten Zweck zur Verfügung stellen wollen. Man habe ihn und das Bild ignoriert. Deshalb haben Roger Federer und Roger Federer «das Heu nicht mehr auf der gleichen Bühne».

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