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Gegentreffer in der Nachspielzeit: Der FC St.Gallen verschenkt zwei Punkte und verliert zwei Spieler

Der FC St.Gallen verschenkt beim 2:2 gegen Lugano zwei Punkte. Viel schwerer wiegen die langen Ausfälle von Cedric Itten und Nicolas Lüchinger. Trainer Peter Zeidler ringt um Fassung.
Christian Brägger
Luganos Fabio Daprelà (links) steigt brutal ein gegen den St. Galler Cédric Itten, der daraufhin mit einem Kreuz- und Innenbandriss ausscheidet. (Bild: Keystone)

Luganos Fabio Daprelà (links) steigt brutal ein gegen den St. Galler Cédric Itten, der daraufhin mit einem Kreuz- und Innenbandriss ausscheidet. (Bild: Keystone)

Manche Dinge kommen zu früh. Die Pressekonferenz nach diesem aufwühlenden 2:2 gegen Lugano zum Beispiel. Noch eine halbe Stunde nach Spielschluss ist Peter Zeidler ausser sich, und irgendwie will sich St.Gallens Trainer auch gar nicht mehr beruhigen.

Das Unentschieden nervt ihn natürlich, weil der Tessiner Ausgleich durch Alexander Gerndt in der Nachspielzeit selbst verschuldet ist nach der sicheren 2:0-Führung zur Pause und den beiden Toren Vincent Sierros (29./42.). Doch es sind andere Dinge, die jetzt schwerer wiegen als die unnötig verlorenen Punkte. Und weswegen das sportliche Geschehen im Nachgang in den Hintergrund rückt.

Kreuzband und Innenband bei Itten gerissen

Da ist die ruppige, diskutable Gangart des Gegners, der vor knapp 13'000 Zuschauern im Kybunpark mit allen Mitteln kämpft und sich oftmals an der Grenze des Erlaubten bewegt, aber nur vier gelbe Karten erhält. Vor allem leidet Zeidler nun mit seinen Spielern Nicolas Lüchinger und Cedric Itten; Lüchinger fällt bereits in der Startphase mit einem Bruch des Schlüsselbeins aus, er wird heute operiert und dem FC St.Gallen etwa zwei Monate lang fehlen.

Itten trifft es weitaus schlimmer, weil Fabio Daprelà nach der Pause dem Stürmer voll ins rechte Knie hineingrätscht; der Lugano-Verteidiger wird dafür nicht einmal verwarnt, dabei muss alleine diese Aktion, der man durchaus die Beschreibung «kaputt treten» geben kann, die rote Karte zur Folge haben. Inzwischen sehe dies der Schiedsrichter Lionel Tschudi ebenfalls so, sagt Zeidler.

Zu diesem Zeitpunkt hofft er noch, dass die Verletzung beim vierfachen Meisterschaftstorschützen nicht so schlimm ist, wie sie aussieht. Doch die Diagnose nach dem MRI-Untersuch ist eine Stunde später für alle niederschmetternd: Itten fällt mit dem Riss des vorderen Kreuzbands und des Innenbandes im rechten Knie mindestens bis zum Frühling aus; offenbar soll sich der FC St.Gallen rechtliche Schritte gegen Daprelà überlegen.

Dereck Kutesa: Note 4. Gefällige erste Halbzeit, dann baut Kutesa in der zweiten zusehends ab.
Nicolas Lüchinger: Note -. Ein bitterer Nachmittag für den Rheintaler: Muss mit Schlüsselbeinbruch früh raus (9.) und fällt mindestens zwei Monate aus.
Leonel Mosevich: Note 3. Unauffällig. Kommt beim 1:2 aber zu spät, und beim 2:2 verliert der Argentinier das entscheidende Kopfballduell.
Jordi Quintilla: Note 4,5. Ein passabler Auftritt. Hält das Mittelfeld lange gut zusammen.
Vincent Sierro: Note 6. Sierro hier, Sierro da, Sierro überall. Feines Führungstor, Abstauber zum 2:0, Lattenschuss. Schlicht der Beste auf dem Platz.
Yannis Tafer: Note 3. Kommt für Itten (56.). Tafer ist schlecht und nie zu sehen.
Peter Tschernegg: Note -. Kommt für Ashimeru (81.). Das reicht nicht für eine Benotung.
Andreas Wittwer: Note 3,5. Lässt auf der linken Seite nichts anbrennen, ist beim 1:2 aber wie Mosevich nicht auf der Höhe.
Dejan Stojanovic: Note 4,5. Bei den Gegentoren machtlos. Stojanovic ist ein-, zweimal zur Stelle, als es ihn braucht.
Majeed Ashimeru: Note 4,5. Immer wieder mit guten Inputs für die Offensive. Nimmt sich aber bisweilen lange aus dem Spiel.
Axel Bakayoko: Note 4. Kommt für Lüchinger (9.). Wirkt teilweise konfus, aber man erkennt eine Steigerung bei ihm.
Roman Buess: Note 4. An den beiden Treffern Sierros beteiligt. Rackert viel, bleibt im Abschluss ohne Fortune.
Silvan Hefti: Note 4,5. Solide Leistung des Captains, aber am Schluss verliert auch der Innenverteidiger die Orientierung.
Cedric Itten: Note 5. Die Hiobsbotschaft schlechthin: Kreuzband und Innenband im rechten Knie gerissen nach brutalem Foul (55.) von Daprelà. Itten fällt sicher sechs Monate aus.
14 Bilder

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Keine Entschuldigung vom Lugano-Trainer

Zu allem Übel ist da auch noch das Verhalten des Tessiner Trainerkollegen Guillermo Abascal, der sagt: «Wenn dir der Fussball fehlt, musst du Charakter zeigen.» Zeidler enerviert sich, weil keine Entschuldigung für die rüde Attacke über dessen Lippen kommt. «Ich weiss nicht, ob mein Kollege das gesehen hat. Aber wenn er es gesehen hat, ist es seine Aufgabe, sich zu entschuldigen», sagt Zeidler, dem die Bilder des Fouls so gar nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen.

«Schaut euch heute Abend die Aktion im Fernsehen an. Man kann sich immer verletzen im Fussball. Aber so nicht.» Unnötig, über verlorenen Punkte zu lamentieren Um doch noch beim Fussball zu bleiben. Im Grunde ist es unglaublich, ja nahezu unfassbar, dass die Ostschweizer im Nachgang über verlorene Punkte lamentieren müssen. Nicht nur Sierro, der beste Mann des Spiels, hat das 3:0 mehrmals auf dem Fuss. Auch andere kommen zu Chancen, weil der FC St.Gallen 50 Minuten lang einen gefälligen Auftritt hinlegt und Lugano regelrecht erdrückt. Sierro sagt: «Wir waren die bessere Mannschaft, hätten gewinnen müssen.»

Mit der ersten Möglichkeit finden die Luganesi dank Mattia Bottani im wahrsten Sinne des Wortes ins Spiel, wonach sich ein offener Schlagabtausch entwickelt, der das schlechtere Ende für den FC St.Gallen bereithält. Es ist ein Ende, das sich abzeichnet. Damit reisen die St.Galler am Mittwoch als Dritte zum Spitzenspiel nach Bern, und gerade jetzt, wo Zeidler seine Stammelf gefunden hat, muss er Wechsel vornehmen. Er sagt: «Es tut weh, aber wir dürfen uns nicht lange ärgern.» Vielleicht könne man in Bern nun etwas gutmachen.

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