FCSG-FANS: IG Pro-FCSG auf Eis gelegt

ST.GALLEN. Die IG Pro-FCSG verfolgt nach der Wimpel-Aktion vorderhand keine weiteren Aktivitäten. «Wir Fans verzetteln uns wohl lieber in Kleinkriegen untereinander, und das Gegenüber lacht sich ins Fäustchen», steht auf der Homepage.

Daniel Walt
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«Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, alle FCSG-Fans zu vereinen»: Die IG Pro-FCSG stellt ihre Aktivitäten vorderhand ein. (Archivbild: Hannes Thalmann)

«Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, alle FCSG-Fans zu vereinen»: Die IG Pro-FCSG stellt ihre Aktivitäten vorderhand ein. (Archivbild: Hannes Thalmann)

«Wir werden sehen, wohin die Albtraumreise unseres FC St.Gallen gehen wird.» Das ist der abschliessende Satz einer Meldung, die als einzige noch auf der Homepage der IG Pro-FCSG (http://www.pro-fcsg.ch) erscheint. Der restliche Text informiert den Besucher kurz darüber, dass die IG Pro-FCSG bis auf Weiteres nicht mehr aktiv ist.

«Hauptziel erreicht»
Im August hatte FCSG-Fan Michael Brunner die IG Pro-FCSG gegründet. Er rief die Fans dazu auf, Clubwimpel an Michael Hüppi, Verwaltungsratspräsident des FC St.Gallen, zu schicken. Dies, um gegen die Vorgänge rund um den FC St.Gallen und dessen Stadion zu protestieren. Auf der Homepage heisst es nun: «Die Wimpel-Protestaktion ist Geschichte, und das Hauptziel der IG, ein Zeichen gegen die aktuelle wirtschaftliche und organisatorische Misere beim FC St. Gallen zu setzen, ist erreicht.»

Kritik aus Fankreisen
Im September hatte sich die IG Pro-FCSG nach einem Gespräch mit Michael Hüppi bereit erklärt, ihren anfänglichen Boykottaufruf für Heimspiele zurückzunehmen und sich in dieser Frage künftig neutral zu verhalten. Daraufhin war in FCSG-Fankreisen heftig debattiert worden, ob die IG zu rasch eingelenkt habe und inwieweit sie überhaupt legitimiert sei, öffentlich als Fanvertretung aufzutreten. Diese Diskussionen scheinen beträchtlich dazu beigetragen zu haben, dass die IG ihre Aktivitäten nun auf Eis legt: «Es ist schlicht und einfach ein Ding der Unmöglichkeit, alle FCSG-Fans zu vereinen und am gleichen Strick in die richtige Richtung zu ziehen», heisst es auf der Homepage. Genau das sei aber notwendig, um die eigentliche Macht ausspielen zu können, welche die FCSG-Fans an sich hätten, aber nicht nutzten. «Aber wir Fans verzetteln uns wohl lieber in Kleinkriegen untereinander, und das Gegenüber lacht sich ins Fäustchen», heisst es auf der Homepage.

«Können keine Berge versetzen»
Eine Online-Umfrage habe ergeben, dass die IG entweder aufzulösen sei oder neu organisiert weiter bestehen solle, steht auf der Homepage weiter zu lesen. Eine Neuorganisation sei allenfalls nur mit einem neu formierten Team möglich, und diesbezüglich habe sich bisher noch nichts getan. «Es gibt derzeitig keinen triftigen Grund, um die IG Pro-FCSG weiterhin am Leben zu erhalten. Denn es ist eine Illusion zu glauben, dass wir wirklich Berge versetzen können», schreibt die IG in ihrem Text weiter. Der IG sei es gelungen, ein Zeichen zu setzen, die Botschaft sei angekommen. Ob sie wirke, werde sich zeigen, die Anzeichen stünden nicht gerade rosig. IG-Initiant Michael Brunner war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.