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«Heute kann nur Gutes in der Zeitung stehen»: 3:0 gegen den HSV – das erste Hoch des FC St.Gallen im neuen Jahr

Dank einer starken Leistung besiegt der FC St.Gallen den Hamburger SV gleich mit 3:0. Doch die Ostschweizer müssen den Sieg vielleicht teuer bezahlen: Alain Wiss hat sich möglicherweise schwer am Knie verletzt.
Christian Brägger
Zwischen Leonel Mosevich und Jann-Fiete Arp (HSV) geht es zur Sache. (Bild: Valeria Witters/Freshfocus)

Zwischen Leonel Mosevich und Jann-Fiete Arp (HSV) geht es zur Sache. (Bild: Valeria Witters/Freshfocus)

Eigentlich würde sich alles gut anfühlen nach diesem bemerkenswerten 3:0 im Test gegen den Hamburger SV. Hätte es nur nicht jenes Ereignis der 20.Minute gegeben, bei dem Alain Wiss nach einem Zweikampf mit Lewis Holtby und einer Art Prellball am Boden liegen blieb. Weil der St.Galler dabei vor Schmerzen schrie und sich das linke Knie hielt, befürchtete man Schlimmes.

Tatsächlich musste Wiss den Platz auf der Bahre liegend verlassen, ehe die Ambulanz den Verteidiger für weitere Abklärungen und eine erste Diagnose mittels MRI ins Spital fuhr. Stunden später stand fest:

Eine schwere, extrem schmerzhafte Verrenkung des Knies – erst wenn der Schmerz in den nächsten Tagen zurückgeht, kann die genaue Beurteilung des Gelenks erfolgen.

Gerade in diesem Fall zeigt sich, wie wichtig es ist, dass vor Ort die medizinische Abteilung des FC St.Gallen mit Doktor Andreas Bischof oder Physio-Chef Simon Storm so gut besetzt ist und sie den Innenverteidiger nun bestmöglich behandelt.

Ausgerechnet Wiss muss nun hoffen und bangen: Er war es, der so lange in der Vorrunde auf der Tribüne schmoren musste. Er war es, der sich dennoch wie ein Profi verhielt und weiter alles gab. Und er war es, der sich schliesslich gegen Ende der Vorrunde in die Mannschaft zurückkämpfte, ehe man ihm beschied, dass der im Sommer auslaufende Vertrag nicht verlängert wird.

Der HSV hat keine richtige Torchance

Auf einem Rasen wie ein Teppich und bei herrlichen Bedingungen, die in La Manga manchmal der Wind, nie aber der Gegner störte, zeigte bereits die St.Galler Startformation eine gute Leistung. Der deutsche Traditionsclub, nach dem Abstieg in der Vorsaison Leader in der zweiten Bundesliga, kam zu keiner Torchance, wogegen die Ostschweizer mit zwei Treffern glänzten.

Den ersten erzielte Dereck Kutesa in der 24. Minute nach einer feinen Einzelleistung («wie immer sage ich danke zu Gott»), den zweiten Jordi Quintillà mit einem durch die löchrige Mauer direkt verwandelten Freistoss. Pech bekundete zudem Neuzugang Simone Rapp, als er mit einem Kopfball den Pfosten traf und mit dem Nachschuss der emsige Vincent Sierro das Tor knapp verfehlte.

St.Gallens Trainer Peter Zeidler wechselte in der Folge fast komplett durch, und auch diese nächste Formation machte ihre Sache sehr gut; allen voran Tranquillo Barnetta, der in der 59.Minute den Ball am Sechzehnmeterraum direkt nahm und unhaltbar versenkte.

Weil der HSV wegen den solidarisch verteidigenden St.Gallern zu keiner Reaktion fähig war, kamen die Ostschweizer im zweiten Testspiel der Vorbereitung zu ihrem ersten, auch in dieser Höhe verdienten Sieg. Einzig die verletzungsbedingten Ausfälle von Slimen Kchouk, Kekuta Manneh und eben Wiss trübten da das Bild. Beim Gambier Manneh folgte schnell Entwarnung, der Tunesier Kchouk indes wird mit einer Zerrung im Oberschenkel wohl einige Tage ausfallen.

Das Erfolgserlebnis kommt gelegen

«Grundsätzlich sind Resultate in Testspielen nicht so wichtig. Aber ein Sieg gegen den HSV tut schon gut», sagte Barnetta. Und Zeidler sagte:

«Der HSV wollte gewiss nicht so klar gegen uns verlieren.»

Während auf der anderen Seite HSV-Trainer Hannes Wolf von vielen Problemen sprach. In der Tat kommt das Erfolgserlebnis dem FC St.Gallen gelegen, nachdem er in den vergangenen zwei Monaten nicht wirklich guten Fussball gezeigt hat. Zeidler und seine Mannschaft dürfen sich – Stand jetzt – auf einem richtigen Weg sehen. Die Spieler, nach der Winterpause frisch im Kopf, setzen die taktische Anweisungen des Trainers mit hohem Pressing und noch höherem Gegenpressing wieder besser um; nur so konnte es diesen derart überzeugenden Auftritt geben.

Eine weitere Erkenntnis ist die gezeigte Lust, Fussball zu spielen. Eine Lust, die man manchmal in der Vorrunde vermisste und die vielleicht der faire Konkurrenzkampf befeuert. Natürlich sei es letztlich nur ein Vorbereitungsspiel gewesen, das man nicht überbewerten dürfe, sagte Zeidler.

«Doch heute kann nur Gutes in der Zeitung stehen.»

Der Deutsche sieht noch Steigerungspotenzial in der Regeneration und Professionalität. Aber auch im Teamgefüge, das zwar intakt sei, aber noch keine Berge versetze.

Ist ein neuer Co-Trainer im Anflug?

Wahrscheinlich stösst am Dienstag in La Manga ein neuer Assistenzcoach zu Zeidlers Trainerteam. Offen ist, wer dies sein könnte. Es ist nicht undenkbar, dass nach Eugen Polanski ein nächster ehemaliger Bundesligaprofi kommt; dessen Auftritt hinterliess in den wenigen Tagen jedenfalls Eindruck. Wie jetzt der FC St.Gallen.

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