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FC St.Gallen schreibt Catering im Kybunpark neu aus: Für Egger könnte es eng werden

Im Kybunpark zeichnet sich ein Wechsel am Grill ab: Die FC St.Gallen Event AG bereitet derzeit die Neuausschreibung des Caterings vor. Die Verantwortlichen finden, die Verpflegung im Stadion könnte besser sein.
Luca Ghiselli
Die Würste im Kybunpark könnten bald von einem anderen Catering-Anbieter grilliert werden. (Bild: Benjamin Manser)

Die Würste im Kybunpark könnten bald von einem anderen Catering-Anbieter grilliert werden. (Bild: Benjamin Manser)

Zehn Jahre im Espenmoos, bald elf Jahre im Kybunpark: Caterer Urs Egger arbeitet schon lange mit dem FC St.Gallen zusammen. Zusammengerechnet wurden während mehr als zwei Jahrzehnten die St.Galler Stadionwürste auf Eggers Grill zubereitet.

Trotz der langjährigen Partnerschaft mit dem FC St.Gallen gab es aber auch immer wieder kritische Stimmen zum Catering-Angebot. Besonders in Fan-Foren und den sozialen Medien machen FCSG-Anhänger regelmässig ihrem Ärger Luft. Über lange Wartezeiten, hohe Preise oder mangelnde Qualität.

Dieser Unmut dürfte auch an der Spitze der FC St.Gallen Event AG nicht spurlos vorbeigegangen sein. In jüngerer Vergangenheit standen die Club-Verantwortlichen stets zu ihrem Caterer – auch in schwierigen Zeiten. Nun streben sie aber zumindest eine Neuausrichtung des Gastro-Angebots im Stadion an. Wie Ivo Forster, CEO der FC St.Gallen Event AG, auf Anfrage bestätigt, wird derzeit eine Ausschreibung des Caterings im Kybunpark vorbereitet. Dies, obwohl mit Eggers Catering noch Vereinbarungen bis Juni 2021 bestehen.

Ivo Forster, CEO der FC St.Gallen Event AG. (Bild: PD)

Ivo Forster, CEO der FC St.Gallen Event AG. (Bild: PD)

Es handle sich bei der Neuausschreibung um ein sehr grosses und anspruchsvolles Projekt, welches auch bedeutende Investitionen nach sich ziehe, sagt Forster. Deshalb erfolgen grosse Veränderungen nicht bereits auf die kommende Saison. Sortimentsanpassungen, wie sie auf den Rückrundenstart mit der Einführung von Burgern geschehen sind, sind laut Forster aber durchaus schon vorher möglich.

«Wir haben viel hinterfragt und analysiert», sagt Forster. Unter anderem habe er Stadien im In- und Ausland besucht, um sich einen Überblick über die Catering-Möglichkeiten zu verschaffen. Von Seiten der FC St.Gallen Event AG sei man dabei zu folgendem Schluss gekommen:

«Wir sehen Optimierungspotenzial.»

Forster begründet die geplante Neuausschreibung mit dem gesellschaftlichen Wandel, der auch im Stadion zu spüren sei: «Die Verpflegungsbedürfnisse haben sich verändert», sagt er. Das bedeute auch, dass das Angebot grösser werden müsse.

Die Marke FC St.Gallen muss auf allen Ebenen stark positioniert werden, ist Forster überzeugt. In der Event AG kümmert sich nun eine erfahrene Person um das Stadion-Catering – als Ansprechperson für die Gastro-Partner, wie auch bezüglich Marketing und Kommunikation. Dabei wird beispielsweise definiert, wie das Angebot beschriftet wird. «Wir müssen unsere Angebote besser rüberbringen können», sagt Forster.

Bei jeder verkauften Bratwurst verdient der Club mit

Es gehe beim FC St.Gallen eben nicht nur um das, was auf dem Platz passiere. Man wolle auch einen stimmigen Event organisieren. «Dazu gehören neben einem guten Spiel auch entsprechende Verpflegungsmöglichkeiten», sagt Ivo Forster. Das Catering sei schliesslich «eine wichtige Einnahmequelle» für den Fussballclub.

Eggers Catering zahle nämlich keinen Pachtzins, sondern gelte die Miete mit der Abgabe eines Teils des Umsatzes ab. Das heisst: Bei jeder verkauften Bratwurst verdient der FC St.Gallen dank einer Marge mit.

Gegenwärtig kann Ivo Forster nicht ausschliessen, dass der FC St.Gallen künftig das Catering gleich selbst übernimmt, wie es der FC Schaffhausen seit dem Streit mit Eggers Catering tut (siehe Infobox). «Im Moment ist das aber noch kein Thema.»

Egger begrüsst neue Ausschreibung

Für Eggers Catering kommt die Nachricht einer neuen Ausschreibung derweil nicht überraschend. «Wir haben Urs Egger als Ersten informiert. Und er ist auch eingeladen, sich wieder um den Auftrag zu bewerben», sagt Ivo Forster. Egger selbst bestätigt das am Montag auf Anfrage. Er sagt: «Wir begrüssen eine neue Ausschreibung.»

Der Catering-Chef sagt, er freue sich sehr, dass die FC St.Gallen Event AG sein Unternehmen wieder dazu eingeladen habe, teilzunehmen. Zu weiteren Fragen dürfe er sich nicht äussern, sagt Egger. Die Kommunikationshoheit in der Angelegenheit liege beim FC St.Gallen.

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In Schaffhausen kam es zum Zerwürfnis

Auch in Schaffhausen war das Stadion-Catering seit der Eröffnung des Lipo-Parks im Februar 2017 immer mal wieder Zankapfel. Im Oktober 2018 kam es dann zum Knall. Eggers Catering kündigte den Vertrag mit der Stadion Schaffhausen AG. Die «Schaffhauser Nachrichten» nannten die Aktion einen Hauruck-Auszug, nahm der Caterer doch auch zahlreiche Gerätschaften mit. In Schaffhausen hat inzwischen der Fussballclub selbst das Catering übernommen. In St.Gallen und in der Wiler IGP Arena, wo Egger seit 2014 die Imbisse betreibt, stand ein solcher Schritt aber nie zur Disposition. (ghi)

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