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FC BESA: Ein fast perfektes Jubiläum

Vor 25 Jahren gründeten Albaner in St. Gallen einen eigenen Fussballclub. Nach einer wechselhaften Geschichte hat er nun sogar den Aufstieg in die 2. Liga geschafft. Doch Besa muss unten bleiben.
Text und Bild: Patrik Kobler
Kened und Nikoll Ukgjini sind die Väter des FC Besa St. Gallen.

Kened und Nikoll Ukgjini sind die Väter des FC Besa St. Gallen.

Text und Bild: Patrik Kobler

patrik.kobler@appenzellerzeitung.ch

Man hat sich daran gewöhnt, dass die Stars der Nationalmannschaft nicht mehr Kuhn oder Odermatt heissen, sondern Xhaka und Shaqiri. Aber als die Brüder Nikoll und Kened Ukgjini vor 25 Jahren den FC Besa St. Gallen gründeten, gehörten die Albaner im Schweizer Fussball noch zu den Exoten. «Beim ersten Spiel gegen den FC Wittenbach hatten wir nicht einmal alle Fussballschuhe», erinnert sich Kened Ukgjini. Auch die Regelkenntnisse liessen zu wünschen übrig; die Neulinge bekundeten Mühe mit der Offsideregel. «Wir standen in der ersten Halbzeit etwa 30 Mal im Abseits», sagt Kened Ukgjini.

Er und sein Bruder sind als Gastarbeiter ins Land gekommen, noch bevor sich in den 1990er-Jahren die politische Lage im Kosovo zuspitzte und viele Albaner in die Schweiz flüchteten. Mit dem Fussballverein wollten die beiden ihre Landsleute zusammenbringen und ihnen helfen, sich hier zu integrieren. Allerdings stiessen sie mit ihrem Vorhaben auf Widerstand. «Manche waren der Meinung, dass wir nicht Zeit mit Fussball verbringen kön- nen, während zu Hause Krieg herrscht», sagt Nikoll Ukgjini. Sie liessen aber nicht locker und trommelten 15 Leute zusammen; Fussball spielen konnten die wenigsten von ihnen.

Ein Vierteljahrhundert später verfügt die Mannschaft über ein gutes Niveau. Gerade eben hat man den Aufstieg in die 2. Liga bewerkstelligt. Da Besa aber nicht über die vom Fussballverband reglementarisch geforderte Juniorenmannschaft verfügt, muss man in der 3. Liga bleiben (siehe Kasten). Dass es der Verein verpasst hat, sich rechtzeitig um die Juniorenförderung zu kümmern und nun nicht aufsteigen darf, schmerzt Nikoll Ukgjini. Er hat den FC Besa nicht nur gegründet, sondern während der ersten sieben Jahre auch präsidiert. Später, als der Verein seine grösste Krise erlebte, übernahm er noch einmal das Zepter. Weil ein Besa-Funktionär einen Schiedsrichter tätlich angegriffen hatte, wurde der Verein 2005 vom Ostschweizer Fussballverband ausgeschlossen. Die Ukgjini-Brüder kehrten zurück und halfen mit, den Laden auszumisten. «Uns hatte es grosse Anstrengungen gekostet, Besa aufzubauen, da wollten wir nicht einfach tatenlos zuschauen, wie die Mannschaft aufgelöst wird», sagt Nikoll Ukgjini. Inzwischen ist er wieder ins zweite Glied zurückgekehrt. Sein Bruder Kened, der als langjähriger Schiedsrichter im Regionalfussball eine bekannte Grösse ist, amtet als Schiedsrichterchef. Präsident des Vereins ist Muhamet Krasniqi.

Neue Generation ist in der Schweiz aufgewachsen

Die Krise ist überwunden, doch der schlechte Ruf lässt sich nicht so schnell abstreifen. Zum Jubiläumsturnier hat Besa andere Fussballvereine aus der Region eingeladen, aber nur Absagen kassiert. Nikoll Ukgjini ist jedoch überzeugt, dass sich das Ansehen in den nächsten Jahren verbessern wird. Die neue Spielergeneration sei hier aufgewachsen, gut integriert und spreche besser Deutsch als Albanisch. Ausserdem wolle der Verein jetzt auch das Versäumte nachholen und in der Juniorenförderung aktiv werden. Auf die neue Saison hin sind Mannschaften für D- und C-Junioren geplant.

Seine Heimat hat der Verein im ehemaligen Stadion des FC St. Gallen, dem Espenmoos, gefunden. Dort kicken jetzt also nicht mehr Zwyssig und Zelli, sondern Islami und Cekaj.

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