Fast alle Lehrer gehen

Ab Sommer wird die Oberstufe Häggenschwil als Privatschule SBW geführt. Fast der ganze Lehrkörper verlässt wegen neuer Arbeitsbedingungen die Schule.

Nina Rudnicki
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HÄGGENSCHWIL. In den Sommerferien beginnen an der Oberstufenschule Häggenschwil die Umbauarbeiten. Ab August wird die Schule dann mit neuen Lernräumen und als Filiale der Privatschule SBW weitergeführt. Nicht mehr mit dabei sein wird dann allerdings fast das gesamte bisherige Lehrerteam. Gerade einmal eine Lehrerin plus Schulleiterin Maya Boppart werden weiterhin hier unterrichten. Die zehn übrigen Lehrpersonen haben gekündigt. Diese Entwicklung erstaunt. Bisher hiess es stets, dass viele der Lehrer in die SBW übertreten wollten.

Mehr Geld für junge Lehrer

Laut Schulleiterin Boppart waren die neuen Arbeitsbedingungen für die Kündigungen ausschlaggebend. So gilt für die Lehrpersonen der SBW eine Präsenzzeit. Fortan müssen die Lektionen im Schulhaus vorbereitet werden. Zudem verdienen ältere Lehrer im regionalen Vergleich weniger – im Gegensatz zu ihren jüngeren Kollegen, die im Schnitt besser entlöhnt werden. «Zur Philosophie der SBW gehört, dass vor allem junge Leute Geld brauchen, um ins Leben zu starten», sagt Boppart. Allerdings sei ausgehandelt worden, dass die älteren Lehrer während zweier Jahre ihren bisherigen Lohn erhalten hätten, sagt Stefan Schneider, Lernhausleiter Schweiz bei der SBW.

Schliessung verhindert

Mit der Privatisierung haben die Häggenschwiler seinerzeit die Schliessung ihrer Oberstufe verhindert. Das Dorf ging als «Piraten» auf die Barrikaden und setzte sich gegen den Entscheid des Bildungsdepartements zur Wehr.