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FASNACHT: Die neue Ehren-Födlebürgerin heisst Géraldine Brot

Jedes Jahr zeichnen die St. Galler Ehren-Födlebürger (Föbü) jemanden aus, der speziellen Mut – «Födle» – bewiesen hat. Am Samstagabend ging der Titel an die St. Galler Boxerin und Polizistin Géraldine Brot. Vor dem Verschuss äusserte sie originelle Wünsche.
Reto Voneschen
Mit Boxhandschuhen gewappnet stellt sich die neue St. Galler Föbine Géraldine Brot der Konfettikanone. (Bild: Michel Canonica)

Mit Boxhandschuhen gewappnet stellt sich die neue St. Galler Föbine Géraldine Brot der Konfettikanone. (Bild: Michel Canonica)

Die neue Trägerin des Ehrentitels der St. Galler Fasnacht wird am Abend des Fasnachtssamstags im Rahmen eines ausgeklügelten Rituals in die Reihen der Föbü und Föbinen aufgenommen. Dabei spielt natürlich die nach der letztjährigen Sanierung technisch weiter aufgemotzte Konfettikanone von Ur-Ehren-Födlebürger Max Oertli wieder die Hauptrolle. Der Ehrentitel ist seit 1973 zum 44. Mal vergeben worden. Zum Kreis der Geehrten gehören jetzt 9 Frauen und 37 Männer.

Die neue Föbine ist die Tochter der St. Galler Boxlegende Hugo Brot. Er hatte als Aktiver 438 Boxkämpfe bestritten. In den meisten blieb er siegreich: Brot verlor gerade einmal 28 seiner Kämpfe und 44 endeten unentschieden. Im Mai 2017 verstarb er 89-jährig. Beim Boxclub St. Gallen tritt Géraldine Brot als Präsidentin und als Trainerin in die Fussstapfen ihres Vaters.

Als Vater verkleidet

Als Hommage an ihren Vater ist die neue Föbine als Hugo Brot maskiert auf die Bühne getreten. Wie üblich durfte sie vor der Dusche mit Konfetti drei letzte Wünsche äussern. Géraldine Brot wünschte sich einen neuen, attraktiven Marktplatz – und zwar mit einer richtig grossen Tiefgarage und das noch vor ihrer Pensionierung. Zweitens wünschte sie sich die Teilnahme der St. Galler Stadtratsmitglieder am nächsten Boxmeeting vom 8./9. September im St. Galler Waaghaus – aktiv im Ring im Rahmen eines Sparringkampfes. Der dritte Wunsch stiess beim Publikum auf viel Zustimmung: Géraldine Brot wünschte sich nämlich, dass künftig die zehn Olma-Tage offiziell werden, was sie informell für viele Städterinnen und Städter schon sind, nämlich «heilige Feiertage».

Danach wurde die neue Föbine per Konfettikanone ins Fasnachtsparadies geschossen. Die Leidenschaft für die Kampfsportart hat die neue Föbine von ihrem Vater.

Die 43-Jährige trainierte schon als Teenager, konnte aber keine Wettkämpfe bestreiten, da es in ihrer Grösse (1,80 Meter) und Gewichtsklasse keine Gegnerinnen gab. Sie absolvierte die Ausbildung zur Punktrichterin und war auch die erste Frau in der Schweiz, die das Trainerdiplom in dieser Sportart erhielt. Heute boxt Géraldine Brot nicht mehr wettkampfmässig.

Reto Voneschen

reto.voneschen@tagblatt.ch

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