Kolumne

Fashion Award

ResTZucker: Auf Micaela Schäfer, die in Tägerwilen aufgetreten ist, trifft der Spruch «Kleider machen Leute» definitiv nicht zu, schreibt TZ-Chefredaktor David Angst in seiner Kolumne.

David Angst
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David Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung. (Bild: Ralph Ribi)

David Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung. (Bild: Ralph Ribi)

Kleider machen Leute – und umgekehrt. Diese Woche haben die Primarschüler von Frasnacht in ihrer Projektwoche aus altem Karton Ballkleider, Hüte und Krawatten (wer trägt heute noch so was?) gebastelt.

Die Turnerinnen und Turner aus Märwil indessen besannen sich ihrer Wurzeln. Am Festumzug des Eidgenössischen Turnfestes in Aarau marschierten sie in Höhlenbewohner-Kostümen mit, begleitet von einem Mammut. Ob sie damit den Ruf der Thurgauer Landbevölkerung untermalen oder einfach ihre Vorfahren würdigen wollten, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

Dass genau zwei Tage vor dem Swiss Derby in Frauenfeld das Theaterstück «Kleider machen Leute» aufgeführt wurde, kann kein Zufall gewesen sein. In der gleichnamigen Novelle von Gottfried Keller geht es ja um einen Schneidergesellen, der wegen seiner Kleidung für etwas Besseres gehalten wird, als er ist.

Auf diesen Effekt zielt offensichtlich auch der Thurgauer Landadel ab, so wie er sich jeweils am Frauenfelder Pferderennen präsentiert. Aber die Jury des «Fashion Awards» lässt sich nicht düpieren. Die am besten angezogenen Menschen am Derby waren Theodor Primm aus Wil SG und Michelle Murphy aus Limerick, Irland.

Auf die DJane Micaela Schäfer, die letztes Wochenende in Tägerwilen auflegte, trifft der Spruch «Kleider machen Leute» definitiv nicht zu.