Fans verlangen Volksabstimmung

Vier Fans des FC St. Gallen fordern, dass das Volk das letzte Wort zu den Steuermillionen fürs Stadion hat. Dass sie damit vielleicht zum Untergang ihres Vereins beitragen, weisen sie zurück.

Daniel Walt
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ST. GALLEN. Seit 25 Jahren ist der 43jährige Roman Weibel Fan des FC St. Gallen. 1985 fuhr er sogar mit dem Extrazug ans Uefa-Cup-Auswärtsspiel in Mailand. «Der Verein bedeutet mir sehr viel. Und er ist für viele ein Stück Heimat», sagt er. Nun schaltet sich Weibel mit drei Mitstreitern in die Debatte rund ums geplante Rettungspaket fürs Stadion ein: Die vier haben die Internetseite class="more" href="http://www.fcsg-millionen-vors-volk.ch">www.fcsg-millionen-vors-volk.ch aufgeschaltet. Auf dieser fordern sie unmissverständlich, dass der Steuerzahler in dieser Sache das letzte Wort haben soll.

Grosse Bedenken

«Unsere Angst ist, dass sich nicht sehr viel ändert, wenn das Geld von Stadt und Kanton unter den aktuellen Rahmenbedingungen gesprochen wird», sagt Roman Weibel.

Die Forderung nach einer Volksabstimmung sieht Roman Weibel als einziges Mittel von Fans und Bevölkerung, Druck aufzubauen, damit Veränderungen angegangen werden. Als Stichworte nennt Roman Weibel personelle Konsequenzen bei den Verantwortlichen für die Stadionmisere, mehr Transparenz rund um die Arena und den FCSG sowie gute Strukturen nach der geplanten Rettungsaktion. «Vielleicht braucht es einen Umweg, zum Beispiel über die 1. Liga, damit etwas entsteht, hinter dem wir Fans wieder stehen können», sagt Roman Weibel.

Roman Weibel und seine Mitstreiter werden nun den Kontakt mit Politikern suchen, um sie über ihre Anliegen zu informieren.

Referendum als Option

Sollten in den Debatten in Stadt- und Kantonsparlament die aus ihrer Sicht richtigen Schlüsse gezogen und die Vorlage entsprechend angepasst werden, kann es sich die Gruppe vorstellen, von ihrer Forderung nach einer Volksabstimmung abzurücken. «Wir verzichten aber bewusst darauf, klare Bedingungen dafür zu fixieren», sagt Weibel.

Jemanden zum alleinigen Bauernopfer zu machen, genügt laut Weibel jedenfalls nicht: «Es muss einiges verändert werden», sagt er.

Ist das nicht der Fall, will die Gruppierung Unterschriften für ein Referendum sammeln. Sollte ein solches zur Zwangsrelegation des FC St. Gallen führen, trüge dafür laut Roman Weibel nicht seine Gruppierung die Verantwortung: «Verbockt hätten das jene, denen man schon beim Stadionneubau mehr hätte auf die Finger schauen sollen», sagt er.

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