Fans gehen auf Konfrontationskurs

ST.GALLEN. Das durch den FC St. Gallen ausgesprochene Choreo-Verbot bringt den Fan-Dachverband gegen den Verein auf: Es ist die Rede von «Drohungen und Falschaussagen». Jetzt droht ein Abbruch der Gespräche zwischen Fans und Club.

Urs-Peter Zwingli
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Fankultur oder rotes Tuch für den Verein? Anhänger des FC St. Gallen zünden Pyro am Cup-Halbfinal. (Bild: Urs Bucher)

Fankultur oder rotes Tuch für den Verein? Anhänger des FC St. Gallen zünden Pyro am Cup-Halbfinal. (Bild: Urs Bucher)

Nachdem zwischen dem FC St.Gallen und dem Fan-Dachverband DV1879 in den vergangenen eineinhalb Jahren ein konstruktives Gesprächsklima geherrscht hat, hat das gestern verhängte Verbot von Choreographien die Fronten wieder verhärtet. «Seitens des FCSG scheint die Bereitschaft zur Gesprächskultur blosse Fassade gewesen zu sein», schreibt der DV1879 heute in einer Medienmitteilung.

Zugleich wird der Vorwurf des FCSG-Präsidenten Michael Hüppi, dass die Choreographien dazu benützt worden seien, Pyros ins Stadion zu schmuggeln, zurückgewiesen: «Das grenzt an eine Unterstellung.»

Militanz in der Kurve

Hüppi jedoch beharrt auf seiner Darstellung. Es seien mehrmals Pyros in der AFG Arena gefunden worden, nachdem die Fans ihre Choreographien im Vorfeld der Heimspiele vorbereitet hatten. Zu diesem Zweck werden sie am Morgen des Spiels jeweils ohne Kontrolle ins Stadion gelassen.

«Dieses Vertrauen wurde missbraucht», sagt Hüppi.

Er beobachtet zudem verschiedene Entwicklungen innerhalb der Fanszene mit Besorgnis: «Es gibt militante Tendenzen in der Kurve.» Entscheidend geprägt würden diese durch eine «immer jüngere und respektlosere Gruppe», die kaum mehr zu kontrollieren sei.

Gespräche abbrechen?

In seinem Communiqué droht der DV1879 zudem mit einem Abbruch der Gespräche mit dem Club. «Das wäre der falsche Weg», sagt Hüppi.

Es gehe nach wie vor darum, gemeinsam Lösungen zu suchen – so dass «mittelfristig» auch über eine Aufhebung des Choreo-Verbots diskutiert werden könnte.

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