«Fans erkennen uns immer öfter»

Nachgefragt

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Sandjay Deng alias Prince Deng, Jaime de Matos Cunha alias King James und Aristoteles Filipe alias Lord Les: Zusammen sind sie die St. Galler Jas Crew. (Bild: Andrea Stalder)

Sandjay Deng alias Prince Deng, Jaime de Matos Cunha alias King James und Aristoteles Filipe alias Lord Les: Zusammen sind sie die St. Galler Jas Crew. (Bild: Andrea Stalder)

Das St. Galler Raptrio Jas Crew will hoch hinaus. Ein weiterer Schritt auf der Karriereleiter ist der Auftritt am Open Air Frauenfeld. So soll es weitergehen, auch wenn die Musiker noch Teilzeit als Grafiker oder Verkäufer arbeiten.

Jas Crew, erster Festivaltag, erster Live-Act des Open Airs, Mittagszeit, 30 Grad, Nebenbühne: eine Ehre für Sie?

Definitiv. Umso mehr, weil uns das Open Air Frauenfeld von sich aus eingeladen hat. Und wir haben mit unserer Musik die vielen Fans trotz grosser Hitze und Randzeit gut abgeholt.

Wie lässt sich Ihre Musik beschreiben?

Wir spielen Hip-Hop mit Soul, in Richtung «New School». Wir machen alles, was wir lieben. Wenn wir einen Pop-Song machen wollten, würden wir es durchziehen, egal was andere denken.

Ecken Sie gerne an?

Das passiert sowieso. Als wir uns als ­ 13- und 14-Jährige zum Freestylen im Übungskeller in St. Gallen trafen und uns entschieden, Englisch zu rappen, gab es viel Gegenwind.

Inwiefern?

Es gab Kritik aus dem Freundeskreis, aber auch aus der ganzen Musikbranche, die damals noch nicht so weit war. Wir hatten aber im Jugendalter grosse Träume und wollten schon immer irgendwann mit Musik im Ausland Fuss fassen.

Noch arbeiten Sie aber Teilzeit, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Ja. Sandjay Deng arbeitet 60 Prozent als Grafiker, Jaime de Matos Cunha als selbstständiger Grafiker und Aristoteles Filipe als Verkäufer im Doodah in St. Gallen.

Sie haben für die Musik die Ostschweiz verlassen. War dieser Schritt unumgänglich?

Unser neuer Wohnort Zürich hat uns innert kurzer Zeit viele Türen geöffnet. In der Ostschweiz wäre wohl dasselbe möglich gewesen, einfach nicht so schnell.

Zwei Auftritte im St. Galler Sitter­tobel, jetzt auf der Frauenfelder Allmend: der Startschuss für mehr?

Ja. Im Vorjahr spielten wir auf der Startrampe in St. Gallen, ein Jahr später auf der grossen Sitterbühne. Dasselbe Ziel haben wir hier in Frauenfeld. Zuerst ­mischen wir uns jetzt aber unter die Festivalbesucher.

Erkennen die Fans die Jas Crew?

Immer öfter, ja. Es ist aber nicht so, als wäre das unangenehm.

Wo führt die Karriereleiter die Jas Crew noch hin?

Bis zu den Sternen. Als nächsten Schritt wollen wir von der Musik leben können. Trotz knapp 40 Auftritten pro Jahr ist das leider bis jetzt noch nicht möglich. Wir werden aber noch im Sommer einen Monat nach London reisen, um Aufnahmen zu machen und rund um die Uhr unserer Leidenschaft zu frönen.

Wovon träumen Sie?

Von Gigs überall, ob in Grossbritannien, den USA oder Brasilien. Dafür benötigt es nebst Talent und harter Arbeit aber auch Glück. (sko)