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«Falscher Polizist» ergaunert 77'000 Franken – Kantonspolizei St.Gallen warnt vor Betrugsmasche

Eine 86-jährige Frau im Kanton St.Gallen ist Opfer der Betrugsmasche «Falscher Polizist» geworden. Die Frau übergab einem Kurier Bargeld in der Höhe von über 77'000 Franken. Die Kantonspolizei St.Gallen warnt vor einer erneuten Anrufwelle.
Die Frau wurde mit Telefonanrufen verunsichert. (Symbolbild: Fotolia)

Die Frau wurde mit Telefonanrufen verunsichert. (Symbolbild: Fotolia)

(kapo/chs) Die 86-jährige Frau wurde am 3. Oktober von einem hochdeutsch sprechenden Mann angerufen. Dieser sagte ihr, dass er Kriminalpolizist sei. Er erklärte, dass die Polizei einen Betrüger verhaftet habe, der Zugriff auf die Konten der Frau hätte. Um ihr Geld zu schützen, solle sie es abheben und der «Polizei übergeben». Wie es in der Polizemeldung heisst, hob die Frau daraufhin bei verschiedenen Banken und an mehreren Tagen Bargeld ab. Sie übergab das Geld stets einem jüngeren Mann. Die Übergaben fanden sowohl bei ihr zu Hause als auch im Freien statt. Nachdem die Frau nach einigen Tagen nichts mehr von dem falschen Polizisten hörte, vertraute sie sich einem Bekannten an. Dieser informierte die Kantonspolizei St.Gallen.

Manipulierte Telefonnummer

Die Betrugsmasche des falschen Polizisten verläuft gemäss Mitteilung der Polizei meist nach dem gleichen Schema, wie im obigen Fall beschrieben, und richtet sich vorwiegend an ältere und betagte Menschen: Die Betrüger rufen meist mit einer Telefonnummer an, welcher einer Schweizer Polizeinummer ähnelt. Dies ist aber eine Täuschung. Mittels Computerprogramm kann die Telefonnummer manipuliert werden, um offizieller zu wirken.

Da sich die Meldungen über Anrufe von falschen Polizisten in der letzten Zeit wieder gehäuft haben, möchte die Kantonspolizei erneut auf einige Punkte hinweisen:

Echte Polizistinnen und Polizisten:

  • sprechen Schweizerdeutsch.
  • würden nie am Telefon nach finanziellen Verhältnissen Fragen.
  • Werden nie Geld oder Wertsachen «zur sicheren Unterbringung» verlangen.

Personen sollten insbesondere misstrauisch werden, wenn sie am Telefon von jemanden unter Druck gesetzt werden. Im Weiteren gilt:

  • Jüngere Personen sollten ihre älteren Verwandten und Bekannten über die Betrugsmasche informieren und aktiv nachfragen bezüglich merkwürdiger Telefonanrufe.
  • Warnungen von Bankangestellten sollten ernst genommen werden.
  • Geld darf niemals an eine unbekannte Person übergeben werden.
  • Bei Unsicherheit kann bei der Notrufnummer 117 nachgefragt werden. Es gilt aber: Rechtzeitig nachfragen! Ist das Geld erst einmal übergeben, ist es in der Regel verloren.

Neben dem falschen Polizisten sind noch weitere Telefon-Betrugsmaschen im Gange. Für weitere Informationen steht die Broschüre «Bei Anruf … Betrug» der Schweizerischen Kriminalprävention zur Verfügung.

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