Fall Wenk: Abbruch durchgesetzt

In Innerrhoden machte vor einigen Jahren der Fall Wenk Furore. Der Unternehmer Henry Wenk hatte eine Berghütte ohne die nötigen Bewilligungen erweitert. Teile davon mussten nach einem Bundesgerichtsurteil abgebrochen werden.

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Teile dieses Hauses mussten abgebrochen werden. (Archivbild: H. U. Gantenbein)

Teile dieses Hauses mussten abgebrochen werden. (Archivbild: H. U. Gantenbein)

Der Fall Wenk war einer der langwierigsten Rechtsfälle in Innerrhoden und zog sich über fast acht Jahre hin.

Der Unternehmer Henry Wenk reichte ein Baugesuch für die Erweiterung seiner Berghütte auf der Unteren Scheidegg im Bezirk Schwende ein. Das Innerrhoder Baudepartement bewilligte 1997 den Wohnungsausbau, obwohl das Haus ausserhalb der Bauzone lag. Doch Wenk hielt sich nicht an die grosszügig bewilligten Pläne, sondern baute darüber hinaus.

Einsprache erhoben

Daraufhin verfügte der Bezirksrat Schwende einen Baustop und verlangte ein nachträgliches Baugesuch. Dagegen erhob der Schweizerische Heimatschutz Einsprache. Der «Fall Wenk» durchlief in der Folge alle Instanzen bis zum Bundesgericht. Dieses verfügte im Mai 2001, dass das Haus auf den Stand gemäss den bewilligten Plänen von 1997 gebracht werden müsse. Alle weiteren Ausbauten müssten abgerissen werden.

Da der Bezirksrat das Urteil als interpretationsbedürftig einstufte, erliess er eine Verfügung mit Rechtsmitteln. Daraufhin legte Wenk Beschwerde ein gegen die Abbruchverfügung, und der Fall durchlief nochmals alle Instanzen bis zum Bundesgericht. Das Urteil blieb das gleiche. Abgebrochen werden musste zum Beispiel – wie auch im Gamser Fall verlangt – eine Saunalandschaft im Keller, aber auch oberirdische Korrekturen waren notwendig.

Abbruch nach acht Jahren

Da Wenk nicht reagierte, leitete die Behörde den Zwangsabbruch ein. Im letzten Moment entschied Wenk, den Abbruch selber durchführen zu lassen. Mit den Arbeiten wurde schliesslich im Herbst 2005 begonnen – viereinhalb Jahre nach dem ersten Urteil des Bundesgerichts und fast acht Jahre nach Beginn des Verfahrens.

In die Kritik geriet damals auch der Bezirk Schwende. Man munkelte, das Baudepartement bevorteile den guten Steuerzahler Henry Wenk. Dem reichen Unternehmer werde bewilligt, was der kleine Bürger nicht dürfe. Bemängelt wurde auch der Vollzug des Bundesgerichtsurteils von 2001: Der Bezirksrat von Schwende verpasste es etwa, die Frist für den Vollzug einzuhalten. (ybu)

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