Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Fall Raiffeisen: Ex-Nati-Delegierter Eugen Mätzler ist Vincenz' Buchhalter des Vertrauens

Eugen Mätzler war jahrelang Pierin Vincenz’ Vertrauensanwalt. Er soll ihn bei zweifelhaften Geschäften unterstützt haben. Zudem wurde die gesamte Lohnbuchhaltung der Raiffeisen-Chefs über seine Kanzlei abgewickelt.
Roman Hertler
Der Hauptsitz der Raiffeisen-Gruppe in der St.Galler Innenstadt. (Bild: Thomas Hary)

Der Hauptsitz der Raiffeisen-Gruppe in der St.Galler Innenstadt. (Bild: Thomas Hary)

Im Zuge der Strafermittlungen gegen den Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz taucht immer wieder der Name eines namhaften St.Galler Anwalts auf: Eugen Mätzler. Vielen ist er eher bekannt als einstiger Spieler des FC St.Gallen und Club-Präsident, später Delegierter der Nationalmannschaft und seit 2008 Stiftungsrat der Fussball Nachwuchs-Akademie Ostschweiz.

Eugen Mätzler. (Bild: PD)

Eugen Mätzler. (Bild: PD)

Mätzler war aber auch seit Jahren Vincenz’ Vertrauensanwalt und Durchgangsstation für Gelder bei einigen seiner geheimen Deals. Und er soll zwischen 2001 bis 2017 die Lohnbuchhaltung für die gesamte Geschäftsleitung der Raiffeisen Schweiz erledigt haben, wie «Inside Paradeplatz», ein Finanz-Newsportal, letzte Woche publik machte. Gegenüber der «Sonntagszeitung» bestätigte ein Sprecher der Bank: «Bei Raiffeisen wurden diese Transaktionen von 2001 bis 2017 durch Eugen Mätzler getätigt und ordnungsgemäss durch PwC revidiert.»

Beteiligungs-Konstrukte mitaufgebaut

Mit der externen Lohnbuchhaltung hätten Vincenz und das Raiffeisen-Kader um Patrik Gisel sichergestellt, dass geheim blieb, wie viel Ende Jahr auf ihren Privatkonten landete – nebst dem, was sie offiziell auswiesen. Sämtliche Saläre, Pensionskassen-Vergütungen, Boni und Spesen seien über Mätzlers Anwaltskanzlei gelaufen. Und gemäss dem Bericht des Finanznews-Portals nicht wie üblich über eine «geschützte Truppe innerhalb der Personalabteilung».

Eugen Mätzler war von 2007 bis 2015 einziger Präsident jener Firma, mit der Vincenz ein privates Beteiligungs-Konstrukt aufbaute. Es handelt sich um die Varaplan AG mit Sitz in Teufen (heute: Vincenz Management AG). Dies war der sichtbare Teil der Firma. Laut «Inside Paradeplatz» gab es aber auch versteckte Vehikel. Dabei hätten Vincenz und sein langjähriger Geschäftspartner Beat Stocker geheime Zahlungen ausführen lassen, um sich an KMU zu beteiligen, die kurz vor der Übernahme standen.

Wo sind die 1,7 Millionen Franken hin?

So beispielsweise im Fall Aduno, einer Kreditkartengesellschaft, die Pierin Vincenz von 1999 bis 2017 präsidierte. 2007 übernahm Aduno, bei der Raiffeisen zu 25,5 Prozent beteiligt ist, die Firma Commtrain, ein Anbieter von Zahlstationen in Gastrobetrieben und Läden, für mehrere Millionen Franken. Vincenz agierte dabei als Raiffeisen-CEO und Aduno-Verwaltungsratspräsident in einer Doppelrolle. Direkt nach dem Deal hat Aduno offenbar 3,6 Millionen an einen Aktionärsvertreter der Commtrain überwiesen. Erst später wurde bekannt, dass dieser vermutlich mit Vincenz und Stocker in Verbindung stand. Gemäss «Inside Paradeplatz» gelangten in der Folge 1,7 Millionen Franken an Eugen Mätzler.

Was mit dem Betrag danach geschah, ist nicht bekannt. Die Finma habe den Commtrain-Deal untersuchen lassen, berichteten Medien damals. Sie hat ausgerechnet Pricewaterhouse Coopers (PwC) damit mandatiert, also jene Revisionsstelle, die auch die Raiffeisen-Bücher prüft. Diese hat offenbar nichts Gravierendes gefunden. Mätzler antwortete auf Anfrage unserer Zeitung, dass er hierzu keine Stellung nehmen könne.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.