FACEBOOK: Aufruhr wegen alten Aprilscherzes

Edelweisshemden seien an einer Viehschau nicht mehr erlaubt, hiess es im «Werdenberger & Obertoggenburger» am 1. April 2016. Der Scherz sorgt nun für Furore.

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Mit diesem Bericht schickte der W&O seine Leser 2016 in den April. (Bild: Corinne Hanselmann)

Mit diesem Bericht schickte der W&O seine Leser 2016 in den April. (Bild: Corinne Hanselmann)

Es handelte sich um einen 1.-April-Scherz, der rasch wieder aufgelöst wurde: «Das Tragen von Edelweisshemden ist an der Viehschau in Sax ab diesem Jahr nicht mehr erlaubt», hatte der Werdenberger & Obertoggenburger (W&O) am 1. April 2016 geschrieben. Dies habe der Gemeinderat Sennwald beschlossen, um Klagen wegen Diskriminierung vorzubeugen.

Artikel nicht zu Ende gelesen

Am vergangenen Samstag fand in Sax die Viehschau statt. Gleichentags postete die Facebook-Seite «Forum der Schweizerischen Volkspartei» den Link zum bereits eineinhalb Jahre alten ­Artikel im sozialen Netzwerk. Die heftigen Reaktionen lassen vermuten, dass viele Nutzer den ­Artikel auf der Webseite des «St. Galler Tagblatts» nicht zu Ende gelesen haben, denn dort steht ein Hinweis, dass es sich um einen Scherz handelt.

Über 40000 Personen klickten den Artikel zwischen Samstag und Montag an, teilten und kommentierten ihn Dutzende Male auf Facebook und auf der «Tagblatt»-Webseite – der alte W&O-Aprilscherz ging «viral». «Ich würde den Gemeinderat und nicht das Edelweisshemd auswechseln», «Wir werden von unseren eigenen Behörden diskriminiert», «Habt ihr eigentlich einen Dachschaden?» und «Auf was muss Herr und Frau Schweizer noch alles verzichten?», sind einige der Kommentare. Sogar ein Gemeinderat einer Schwyzer Gemeinde ist reingefallen und kommentierte, dass der Sennwalder Gemeinderat von ihm bestimmt keine Stimme erhalten würde. Auch die Gemeinde Sennwald, die gemäss Zeitungsartikel den Entscheid gegen die Schweizer Tradition gefällt hatte, bekam die Aufruhr in den sozialen Medien zu spüren, wie Gemeindepräsident Peter Kindler gestern bestätigte. Über ein Dutzend «nicht immer anständige» E-Mails habe die Verwaltung deswegen erhalten. «Obwohl ich selber kein Facebook-Profil habe, bin ich stolz, mit einem 1.-April-Beitrag auch nach eineinhalb Jahren noch im Gespräch zu sein», sagte er schmunzelnd.

Corinne Hanselmann

corinne.hanselmann@wundo.ch