Facebook-Aufruf zum Exzess

ST.GALLEN. Auf Facebook wird für eine «XXL-Hausparty» in St.Gallen geworben. Bereits über 1500 Leute haben zugesagt, obwohl bisher weder Datum noch Ort der Veranstaltung bekannt sind. Die Polizei beobachtet die Situation.

Ruth Frischknecht
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Vorlage für St. Galler «XXL-Hausparty»: Ausschnitt aus dem Film «Project X» aus dem Jahr 2012. (Bild: Warner)

Vorlage für St. Galler «XXL-Hausparty»: Ausschnitt aus dem Film «Project X» aus dem Jahr 2012. (Bild: Warner)

Es soll eine Party wie im Film werden: mit Alkohol in rauhen Mengen, dröhnend lauter Musik und Hunderten von Leuten. Für die «XXL-Hausparty» in St.Gallen haben auf Facebook bereits über 1500 Gäste zugesagt. Die Veranstalter behaupten, dies werde «die Party, von der du schon immer geträumt hast».

Die Vorlage dafür liefert der US-Film «Project X». Er erzählt die Geschichte von drei 17jährigen Jugendlichen, deren Eltern übers Wochenende verreisen. Das nutzen die Jugendlichen und organisieren eine Party. Über Radio und Internet laden sie wahllos Leute ein. Bald verlieren sie die Kontrolle, die Party läuft komplett aus dem Ruder. Nur ein Grosseinsatz der Polizei kann das Ganze letztlich beenden.

Auch für St.Gallen wird eine «exzessive Partynacht» versprochen, inklusive Elementen aus dem Film wie beispielsweise Swimmingpool und Hüpfburg. Ausserdem sollen die selben Bierbecher und Trinkspiele wie im Film angeboten werden.

Vieles liegt im Dunkeln

Über die Organisatoren ist nicht viel bekannt. Auf Anfragen dieser Zeitung hat bis heute niemand reagiert. Sicher ist, dass eine Firma mit Sitz in Bonn hinter der Idee steckt. Auch sonst ist noch vieles unklar. Der auf Facebook aufgeschaltete Termin vom 13. Juni ist lediglich provisorisch. Die letzte Nachricht der Veranstalter stammt vom 31. Januar. Seither haben sie sich nicht mehr geäussert. Die Party soll in einem «echten Haus» stattfinden. Wo sich dieses genau befindet, ist nicht zu erfahren. Auch über den Eintrittspreis, den Vorverkaufsstart oder eine Altersbeschränkung sind keine Informationen verfügbar.

Bereits sind ähnliche Veranstaltungen für weitere Städte in Österreich, Deutschland und der Schweiz geplant. Das angebliche Ziel der Veranstaltung ist es, auf das veränderte Ausgehverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener einzugehen. Die Organisatoren stellen fest, dass die Leute nicht mehr «normalen» Ausgang in «normalen» Clubs suchten. Vielmehr wollten sie etwas Aussergewöhnliches erleben. Genau das solle die «XXL-Hausparty» bieten.

Nicht zum ersten Mal

Die Idee einer exzessiven Partynacht im Project-X-Stil ist nicht neu. Bereits 2012 wurde in St.Gallen zu einem ähnlichen Fest aufgerufen, damals per SMS. Mehrere hundert Personen versammelten sich auf dem St.Galler Marktplatz. Die Polizei löste die unbewilligte Party schliesslich auf.

Bei der Stadtpolizei St.Gallen habe man Kenntnis über das Vorhaben der Organisatoren und behalte die Situation im Auge, sagt Sprecher Dionys Widmer. Bisher sei aber noch keine Anfrage für eine Bewilligung eingegangen. Deshalb seien auch noch keine konkreten Massnahmen in Planung. Falls die Party aber tatsächlich stattfinde, sei man dann zu Eingriffen bereit, sofern die Wahrung der Sicherheit und Ordnung dies erfordere.

Die Organisatoren der «XXL-Hausparty» verfügen nach eigenen Angaben über ein Sicherheitskonzept. Dieses wird aber nicht näher beschrieben. Noch ist ohnehin unklar, ob die Party in St.Gallen tatsächlich stattfinden wird.

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