EXEKUTIVE: Links regiert St. Gallen

Die SP ist neu mit zwei Mitgliedern im St. Galler Stadtrat vertreten. Maria Pappa überholt im zweiten Wahlgang die bisherige CVP-Stadträtin Patrizia Adam.

Ramona Kriese, Paul Steffen, Regula Weik
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Die neu gewählte Maria Pappa ist die einzige Frau im St. Galler Stadtrat. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die neu gewählte Maria Pappa ist die einzige Frau im St. Galler Stadtrat. (Bild: Hanspeter Schiess)

Ramona Kriese, Paul Steffen, Regula Weik

ostschweiz@tagblatt.ch

Das fünfte Mitglied der St. Galler Stadtregierung heisst Maria Pappa. Die 45jährige Sozialpädagogin setzte sich im zweiten Wahlgang gegen die bisherige CVP-Stadträtin Patrizia Adam durch – mit einem knappen Vorsprung von 175 Stimmen; Maria Pappa erzielte 9616 Stimmen, Patrizia Adam erreichte 9441 Stimmen. Im ersten Wahlgang hatte Maria Pappa noch rund tausend Stimmen hinter der amtierenden Vorsteherin der Direktion Bau und Planung gelegen; Patrizia Adam hatte Ende September als einziges Mitglied der Stadtregierung das absolute Mehr nicht geschafft.

Das Resultat bedeutet das Ende der bürgerlichen Dominanz in der St. Galler Stadtregierung. Diese setzt sich neu aus zwei Mitgliedern der SP, einem Parteilosen und je einem Vertreter von CVP und FDP zusammen. Das Ergebnis spiegelt auch das gute Resultat der SP wider, die in den Stadtparlamentswahlen vom September die wählerstärkste Partei war.

Erich Zoller setzt Karriere in Quarten fort

Anfang Monat ist Erich Zoller als Stadtpräsident von Rapperswil-Jona abgewählt worden, nun hat er bereits eine neue Aufgabe: Er ist am Wochenende zum Gemeindepräsidenten von Quarten gewählt worden. Mit 441 Stimmen lag der 58jährige CVP-Politiker deutlich vor den Mitkonkurrenten. Hermann Reiff (SVP) erreichte 302 Stimmen, Othmar Peter (ebenfalls SVP) 234 Stimmen; auf die parteilose Claudia Landolt entfielen 62 Stimmen. Der bisherige Gemeindepräsident Roman Zogg – der Parteilose hatte im ersten Wahlgang das absolute Mehr verpasst – verzichtete auf einen Wahlkampf; 216 Quartnerinnen und Quartner wollten ihn gestern im Amt behalten.

Die Gegend am Walensee ist Zoller nicht fremd. Vor seiner Zeit in Rapperswil-Jona war der St. Margrether sechs Jahre als Gemeindepräsident in Weesen und acht Jahre in Sargans tätig gewesen. So hatte er denn auch nicht lange gezögert, als ihn ein überparteiliches Komitee angefragt hatte, ob er sich eine Kandidatur für Quarten vorstellen könne.

In drei weiteren St. Galler Gemeinden musste am Wochenende in einem zweiten Wahlgang noch das Präsidium besetzt werden. In Benken setzte sich die langjährige Gemeinderätin Heidi Romer (CVP) klar durch. Das Linthgebiet hat damit zum ersten Mal eine Gemeindepräsidentin. Anders als im ersten Wahlgang blieb ihr Gegenkandidat, der parteilose Bündner Quereinsteiger Reto Zampatti, ohne Chancen. Im September hatte Heidi Romer das absolute Mehr um drei Stimmen verpasst. Sie habe danach bewusst versucht, die Leute zu mobilisieren. Dies scheint ihr geglückt zu sein: Die Stimmbeteiligung lag mit 64 Prozent deutlich höher als im Herbst; damals waren es 49 Prozent gewesen.

Der neue Gemeindepräsident von Amden heisst Markus Vogt. Damit setzt sich der auswärtige gegen den einheimischen Kandidaten durch. Der 58jährige Vogt kommt aus Klosters und gehört der BDP an. Er distanzierte SVP-Mann Toni Jöhl, langjähriger Gemeinderat von Amden und aktueller Vize-Gemeindepräsident, klar.

Rolf Huber schafft Wahl im zweiten Anlauf

In Oberriet gibt es an der Spitze der Gemeinde keinen Wechsel: Der amtierende Gemeindepräsident Rolf Huber (FDP) hat am Wochenende 1831 Stimmen erzielt; sein Herausforderer Marcel Dietsche (SVP) machte gegenüber dem ersten Wahlgang zwar Boden gut, erreichte aber nur 1431 Stimmen. Die Situation vor dem zweiten Wahlgang sei belastend gewesen, sagt ein erleichterter Huber. Er habe aus den letzten Wochen und Monaten Lehren gezogen –«was den Umgang mit den Leuten und die Kommunikation betrifft».