Ex-Freundin mit Messer attackiert

Wegen einer Messerattacke auf seine Ex-Freundin steht ein 27jähriger Kosovare seit gestern in Weinfelden vor Bezirksgericht. Für den Angeklagten verlangt der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von gut zehn Jahren.

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WEINFELDEN. Ein Kosovare musste sich gestern in Weinfelden vor dem Bezirksgericht verantworten. Er hatte seine Ex-Freundin mit einem Messer verletzt und nach der Tat damit gedroht, sie umzubringen. Das Urteil des Bezirksgerichts wird voraussichtlich am Donnerstagabend eröffnet, wie der Gerichtspräsident bekanntgab. Der Angeklagte sitzt im vorzeitigen Strafvollzug. Die Verhandlung wurde unter Polizeischutz durchgeführt. Das Opfer wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt. Als die junge Frau unter Tränen erzählte, wie ihr Ex-Freund sie immer wieder bedrängte und bedrohte, wurde klar, warum auch der Angeklagte während ihrer Befragung den Gerichtssaal verlassen musste. «Er sagte, wenn ich ihn verlasse, werde er mich umbringen oder mir Säure ins Gesicht schütten. Dann werde ich nie mehr ein Mann ansehen», sagte das Opfer.

Messer in Bauch gestochen

Einige Wochen später lauerte er der damals 18-Jährigen vor ihrem Arbeitsplatz in Märwil auf. Der Angeklagte habe ihr den Weg versperrt, weil er mit ihr reden wolle. Sie habe grosse Angst gehabt und sei Richtung Bushaltestelle gerannt. «Doch ich habe es nicht geschafft: Er packte mich und stach mir mit einem langen Messer zweimal in den Bauch.» Das Opfer erlitt keine lebensgefährlichen Verletzungen. Das sei jedoch reines Glück gewesen. «Wären Organe verletzt worden, wäre die Frau verblutet», sagte der Staatsanwalt. Statt sie ins nächste Spital zu bringen, sei der Angeklagte während eineinhalb Stunden mit der blutenden und nach Luft ringenden Frau herumgefahren.

«Wollte sie nicht verletzen»

Bevor er sie in der Notaufnahme ablieferte, habe er sie erneut mit dem Tod bedroht, sagte die junge Frau. Wie der Angeklagte vor Gericht schilderte, habe er kurz vor der Tat die Freundin, den Fahrausweis und den Job verloren. Deshalb sei er depressiv gewesen.

Während der Messer-Attacke sei er nicht er selbst gewesen. «Ich wollte sie nicht verletzen und habe einfach ein wenig in ihre Richtung gestochen.» Er habe nicht gedacht, dass das Messer so scharf sei.

Sein Verteidiger verlangt wegen einfacher Körperverletzung eine bedingte Freiheitsstrafe von höchstens 20 Monaten. Die Staatsanwaltschaft sieht die Messer-Attacke als versuchte vorsätzliche Tötung und verlangt eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren und zwei Monaten und eine Busse von 2400 Franken. (sda)