Euro-Tiefdruckgebiet über Gais

Auch Jörg Kachelmanns Meteomedia kann sich der Euro-Schwäche nicht entziehen. Die Wettersendungen werden künftig in München produziert. Meteomedia will zudem 1000 Wetterstationen auf den Philippinen errichten.

Kaspar Enz
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Am Firmensitz in Gais bereitet ein Mitarbeiter der Meteomedia Wetterdaten auf. (Bild: Urs Jaudas)

Am Firmensitz in Gais bereitet ein Mitarbeiter der Meteomedia Wetterdaten auf. (Bild: Urs Jaudas)

zürich. «Der Euro macht allen exportorientierten Firmen Sorgen», sagte Meteomedia-Verwaltungsrat Martin Kurer gestern an einer Pressekonferenz am Zürcher Flughafen. Die Wettersendungen für das Fernsehen und weitere Kunden will der Wetterdienstleister mit Sitz in Gais deshalb ab Anfang 2012 in München produzieren. Die Bavaria Film Gruppe wird Produktion, Realisierung und Vertrieb der Sendungen übernehmen. Damit habe man die besten Partner gewonnen, sagte Kurer. Inhalt und Darstellungen liefert die Meteomedia. Es handle sich um die Sendungen, die Meteomedia jetzt schon produziere, es gebe aber auch neue Interessenten.

Der Standort Gais sei nicht gefährdet, sagte Martin Kurer. Meteorologie und IT seien weiterhin auf dem Schwäbrig. «Wir bleiben in der Ostschweiz.» Ausserdem habe man für die Sendungen Freischaffende beigezogen, oft aus Deutschland. «Die Bavaria wird auch Kapazitäten brauchen», sagte Kurer. Eine automatische Übernahme der Mitarbeiter durch die Bavaria gebe es aber nicht.

Mehr Wetter im Netz

Der Meteomedia erhalten bleibt Gründer und Verwaltungsratspräsident Jörg Kachelmann. Mit seinem Namen steht er für einen neuen Service von Meteomedia: Kachelmannwetter.de – auch eine Schweizer Version soll es geben – bietet ab sofort Wetterinformationen und Videos auf dem Internet. Damit, und mit den Dienstleistungen für Handy und Smartphones, werden nicht mehr nur Business-Kunden beliefert.

Philippinisches Wetter

«Wir können Prognosen machen für die ganze Welt», sagte Jörg Kachelmann. Jetzt schon nutzt Meteomedia ein Netz von weltweit 14 000 Wetterstationen. Am dichtesten ist das Netz in Mitteleuropa. Nun will Kachelmann nach Asien. Auf den Philippinen will er 1000 Wetterstationen aufstellen. «Vor sechs Tagen haben wir den ersten Windmesser aufgebaut», sagte er. Ob er am Fernsehen wieder über das Wetter berichtet, liess er offen. «Das muss die ARD entscheiden», sagte er. Er könne sich gut vorstellen, an den Wetterstationen auf den Philippinischen Inseln Hand anzulegen. «Das kann ich gut.»

Gut beschützt: Jörg Kachelmann und die Frau für seine Sicherheit. (Bild: Ralph Ribi)

Gut beschützt: Jörg Kachelmann und die Frau für seine Sicherheit. (Bild: Ralph Ribi)