Etwas Sonne zum Auftakt

Nach dem ersten durchnässten OpenAir-Tag lässt Petrus am Freitag etwas Gnade walten. Das trägt zur guten Stimmung bei. Ebenso auch Acts wie Macklemore & Ryan Lewis.

Katja Fässler
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Rapper Macklemore ist auf der Hauptbühne für den ersten Stimmungs-Höhepunkt verantwortlich. (Bilder: Luca Linder)

Rapper Macklemore ist auf der Hauptbühne für den ersten Stimmungs-Höhepunkt verantwortlich. (Bilder: Luca Linder)

ST. GALLEN. Zugegeben: Im Vergleich zum vergangenen Jahr sieht das Sittertobel derzeit etwas schäbig aus: Berge von Schlamm unter grauem Himmel. Doch im Verlauf des Freitagnachmittags gibt es Lücken in der Wolkendecke. Auch die Stimmung der Besucher hellt sich auf. Ob dies tatsächlich an den Sonnenstrahlen oder am zunehmenden Konsum bitter schmeckender Flüssigkeiten liegt, ist nicht abschliessend auszumachen. Hauptsache ist: Das Tobel ist in Festlaune!

Bunte Ganzkörperanzüge

An so manch einer Ecke geht es lustig zu und her. Ein junger Mann lässt sich den Kopf rasieren, zwei weitere laufen in bunten Ganzkörperanzügen inkognito durch die Gegend. «Wir sind wie die Power-Rangers», sagt einer der Männer, dessen Gesicht sogar völlig mit Stoff bedeckt ist. Atmen sowie Trinken sei kein Problem, im Gegenteil, er habe somit einen guten Filter. So verbringen die Festivalbesucher trinkend, lachend und plaudernd die Zeit, bis die ersten Konzerte vor die Bühne locken.

Alle Augen auf Macklemore

Den rockigen Auftakt liefern Dead Bunny aus Bern, Metz aus Kanada und Fidlar aus Amerika. Der erste grössere Andrang herrscht um 18 Uhr vor der völlig verschlammten Sternenbühne. Der Auftritt der schwedischen Band Friska Viljor bereitet dem Publikum äusserst gute Laune. Die langen blonden Haare der beiden Leadsänger wirbeln durch die Luft, die Masse hüpft und schunkelt im Takt mit. Manche verlassen die Sternenbühne allerdings etwas früher, um sich einen guten Platz vor der Sitterbühne zu sichern, wo einer der Headliner um 18.45 Uhr seinen Auftritt hat.

Zum erstenmal scheint sich das gesamte Festival an einem Ort zu befinden: Alle Augen sind auf den Rapper Macklemore gerichtet, der mit seinem Produzenten Ryan Lewis mit Tracks wie «Thrift Shop» und «Can't Hold Us» populär in den Charts vertreten ist. Doch Macklemore rappt nicht nur, er erzählt dem Publikum auch so einiges. «Switzerland has beautiful women», merkt der Amerikaner grinsend an und nimmt kurz darauf eine Gummipuppe, die oben weibliche und unten männliche Geschlechtsteile hat, aus der Menge entgegen. Verstohlenes Gelächter im Publikum. Eingefleischte Fans haben sogar das Outfit, das der Rapper in einem seiner Videos trägt, kopiert: Enge neonfarbige Leggins kombiniert mit Vorne-kurz-hinten-lang- Frisuren – in Form von Perücken.

Regen, Regen

Weitere musikalische Höhepunkte liefern Of Monsters and Men, Archive und Sigur Rós. Die Musikfans geniessen das vorerst noch trockene Wetter. Die nächste nasskalte Rutschpartie dürfte ihnen heute bevorstehen.

Weitere Bilder: www.tagblatt.ch

Verschmitzter Blick der Leadsängerin: Nanna Bryndís Hilmarsdóttir von Of Monsters and Men. (Bild: Luca Linder (Luca Linder))

Verschmitzter Blick der Leadsängerin: Nanna Bryndís Hilmarsdóttir von Of Monsters and Men. (Bild: Luca Linder (Luca Linder))