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ETH will Zuteilung optimieren

Junge Flüchtlinge sollen mit neuen Angeboten besser auf eine Berufslehre vorbereitet werden. (Bild: Patrick Straub/Keystone)

Junge Flüchtlinge sollen mit neuen Angeboten besser auf eine Berufslehre vorbereitet werden. (Bild: Patrick Straub/Keystone)

Arbeitsmarkt Ein Algorithmus soll helfen, Flüchtlinge so auf die Kantone zu verteilen, dass sie bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Politikwissenschafter der ETH Zürich und der Universität Stanford haben den neuen Ansatz zur besseren Zuteilung entwickelt. In der Schweiz sind im dritten Aufenthaltsjahr im Durchschnitt nur 15 Prozent der Geflüchteten erwerbstätig. Ihr Anteil könnte jedoch gesteigert werden, wenn Überlegungen zur Arbeitsmarktintegration und zur Erwerbstätigkeit bei der Kantonszuteilung berücksichtigt werden. Zu diesem Schluss kamen Politikwissenschafter der ETH Zürich und der Universität Stanford, wie die ETH Zürich mitteilt. Die Forscher glauben, dass die Erwerbstätigkeit 73 Prozent höher sein könnte als heute, wenn man die Kantonszuteilung optimaler auf die Arbeitsmarktintegration der Geflüchteten ausrichtet. Das Problem: Asylsuchende und vorläufig aufgenommene Ausländer dürfen in der Schweiz grundsätzlich erwerbstätig sein – aber nur in dem Kanton, dem sie vom Bund im Asylverfahren zugeteilt wurden. Diese Zuteilung berücksichtigt beispielsweise die Bevölkerungsgrösse eines Kantons und dass sich Nationalitäten gleichmässig über alle Kantone verteilen, nicht aber Überlegungen zum Arbeitsmarkt.

Wer findet wo am ehesten Arbeit?

Hier setzen die Forscher an. Ihr Algorithmus soll herausfinden, für welchen Kanton die individuellen Charakteristika und Fähigkeiten der einzelnen Geflüchteten – beispielsweise Alter, Herkunft oder Sprache – am besten mit den Eigenschaften des Arbeitsmarkts zusammenpassen. Dazu zählen unter anderem Sprachregion, ethnische Netzwerke oder die Grösse des Landwirtschaftssektors.

Auf dieser Basis macht der Algorithmus dann einen konkreten Vorschlag, in welchem Kanton ein Flüchtling am ehesten eine Arbeit findet, heisst es weiter. Dazu benutzt er die bestehenden Daten des Staatssekretariats für Migration.

So haben laut den Forschern junge Männer aus dem Irak beispielsweise in den Kantonen Waadt und Zürich gute Erwerbschancen. Im Kanton Waadt sind sie sogar für jene, die französisch sprechen, noch höher. Auch Frauen aus Sri Lanka hätten in beiden Kantonen relativ gute Chancen, denn dort gebe es vergleichsweise grosse, regionale Netzwerke aus Sri Lanka. Dominik Hangartner, ETH-Professor für Politikanalyse und zuständig für den Schweizer Teil der Untersuchung, schlägt nun vor, den Algorithmus in der Praxis zu testen, «denn er lässt sich gut in das bestehende Zuteilungsverfahren integrieren». Auch könne er jederzeit angepasst werden. (sda)

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