Esoterisch, animalisch

Nachwuchsbands entstehen nicht einfach so, sondern werden gegründet. Zum Beispiel nach zu viel Alkohol an einer Party oder nüchtern in der Schule als Maturaarbeit. Ein Gespräch mit Teilnehmern des Nachwuchsband-Wettbewerbs «BandXost». Johanna Egli

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Strugglers: Auf der Bühne sind sie ganz anders.

Strugglers: Auf der Bühne sind sie ganz anders.

«Wenn wir auf der Bühne sind, sind wir ganz anders und voll in der Musik», sagt der 19jährige Daniel Britt von der Post-Garage-Band Strugglers. Seit drei Jahren machen die fünf Flawiler zusammen Musik. Freunde waren sie schon vorher. Bis heute hat die Band noch keinen festen Proberaum gefunden und probt darum meist im Lager von Britts Onkel in Uzwil. Es sei schwierig, an Auftritte und Kontakte zu kommen, sagt Britt. Um sich inspirieren zu lassen, sammelt er DVDs mit Liveauftritten von anderen Rockbands.

Eine Band als Schulprojekt

Gleich in drei Bands aufs Mal spielt der 18jährige Wattwiler Samuel Schiess: Glove, The Tonx und Youslez. Bei einer Band bläst er Posaune, bei zweien spielt er Klavier und singt. Glove war ursprünglich ein Schulprojekt der Musikklasse der Kantonsschule Wattwil, wo Schiess die vierte Musikklasse besucht. Die Schüler hatten die Aufgabe, eine Band zu gründen. Das hat so gut funktioniert, das Glove nach der Projektwoche freiwillig weitergemacht hat. Die Bigband The Tonx gründete sich im Rahmen einer Maturaarbeit. Nur das eher balladenorientierte Trio Youslez ist vor einem halben Jahr aus freien Stücken entstanden. So verschieden die drei Bands auch klingen: mit allen drei hat Schiess am Ostschweizer Nachwuchsband-Wettbewerb «BandXost» teilgenommen.

Spontan und abgefahren

Die Band Pirmin Baumgartner ist nicht in einer Kantonsschule gegründet worden, sondern spontan am diesjährigen St. Galler Fest. Mit viel Alkohol und aus Übermut. Seither haben die sechs Degersheimer fast 15mal geprobt, sind jeweils mit dem Auto an die verschiedensten Probe-Orte gekurvt und haben sich für je 60 Franken farbige Ganzkörperanzüge für ihren ersten Auftritt am «BandXost» gekauft. Ihren Musikstil umschreiben sie als «esoterische ostafrikanische Tanzmusik».

Auch die drei St. Galler Basil Kehl, Christoph Heim und Lukas Senn der Band Dachs fallen durch ihren eigenartigen Musikstil auf, den sie selber als «bombastisch animalisch» betiteln. Witzige und skurrile Mundarttexte, ständige Instrumentenwechsel und eine farbige «Chügelibahn» auf der Bühne unterstreichen ihre – nicht nur musikalische – Eigenart.

Schicke Röckli und Death-Metal

Etwas braver kommen die Mundarttexte der Akustikband Maewi aus Neu St. Johann daher. «Ein bisschen zu viel Friede, Freude, Eierkuchen», urteilte die Jury an einer Vorausscheidung. Während die Rockbräute der Metalband Crescent Moon ihre blonden Mähnen durch die Luft peitschen, gehen es Maewi mit schicken Röckchen und karierten Hemden etwas ruhiger an. In den Final haben es beide geschafft und spielen diesen Samstag in der Grabenhalle in St. Gallen um den Sieg.

Pirmin Baumgartner: Sechs Männer in Ganzkörperanzügen. (Bilder: pd)

Pirmin Baumgartner: Sechs Männer in Ganzkörperanzügen. (Bilder: pd)